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am 22. Juni 2016

Gesundes Schulessen: „Mich stört die Doppelzüngigkeit der SPÖ!“

GRÜNE Salzburg - Die Salzburger SPÖ plakatiert landauf, landab ihre Forderung, dass in Schulen frisch gekocht wird. Grundsätzlich ein wichtiges Thema, hätte das Ganze nicht einen Haken: Es war nämlich ausgerechnet die SPÖ, die vor neun Jahren das gesunde, frische Mittagessen in Salzburgs Stadtschulen durch Tiefkühlkost ersetzt hat. Wir haben mit dem Grünen Klubchef Cyriak Schwaighofer darüber gesprochen.

Redaktion: Herr Schwaighofer, was gibt’s heute zum Mittagessen?

Schwaighofer: Mittags esse ich – vor allem an Mittwochen, an denen ja der Landtag tagt – meistens einen gemischten Salat mit einem Weckerl. Grundsätzlich versuche ich mich ausgewogen und vor allem regional, saisonal und biologisch zu ernähren. Aber ich gestehe: Ich bin eine Naschkatze, eine Topfengolatsche oder ein Stück Kuchen kann ich nur schwer ausschlagen. (lacht)

Das Thema Essen bestimmt momentan auch die politische Debatte in Salzburg: Die SPÖ plakatiert landauf, landab ihre Forderung, dass in Schulen frisch gekocht wird. Ein wichtiges Thema, oder?

Jedes vierte Kind in Österreich ist inzwischen übergewichtig, dagegen müssen wir dringend etwas unternehmen. Insofern ist das Bestreben der SPÖ, unseren Kinder zu helfen, sich gesünder und bewusster zu ernähren, natürlich unterstützenswert. Was mich stört, ist aber die Doppelzüngigkeit der SPÖ: Denn ausgerechnet der ressortzuständige SPÖ-Bgm. Schaden war maßgeblich dafür verantwortlich, dass das gesunde, frisch gekochte Mittagessen in den Salzburger Stadtschulen – gegen die Stimmen der Grünen! – abgeschafft wurde. Ersetzt wurde es durch tiefgekühltes Essen, das zweimal wöchentlich aus St. Pölten herangekarrt wird. Das hat mit frisch gekocht und regional nix zu tun! 

Schwaighofer: "Grundsätzlich versuche ich mich ausgewogen und vor allem regional, saisonal und biologisch zu ernähren. Aber ich gestehe: Ich bin eine Naschkatze, eine Topfengolatsche oder ein Stück Kuchen kann ich nur schwer ausschlagen."

Die SPÖ-Kampagne betrifft aber nicht nur die Stadt.

Gerade am Land sind die Strukturen sehr gut. Viele Schulen werden täglich mit frischem, kindgerecht zubereitetem Mittagessen aus den örtlichen SeniorInnenwohnhäusern oder Gasthäusern versorgt. Da kann das Mittagessen aus der Tiefkühltruhe in den städtischen Schulen nicht mithalten.

Der Handlungsbedarf besteht also vor allem in der Stadt Salzburg?

Ganz richtig, und eine Werbekampagne macht das Essen an Salzburgs Schulen halt leider auch noch nicht gesünder. Wenn es nach uns geht, könnten die Stadtschulkinder schon im kommenden Schuljahr wieder täglich frisch und gesund zu Mittag essen. Unsere Bürgerlisten-KollegInnen in der Stadt haben im Gemeinderat bereits einen entsprechenden Antrag eingebracht. Mit ihrer Unterstützung für diesen Antrag kann die SPÖ beweisen, dass es sich bei ihrem Vorstoß um mehr als einen Werbegag handelt! 

Zur Chronologie des gesunden Essens an Salzburgs Schulen

  • Am 16. Mai 2007 beschlossen der ressortzuständige Bürgermeister Heinz Schaden und seine SPÖ im Gemeinderat, frisch gekochtes Essen in den städtischen Schulen abzuschaffen, und stattdessen zwei Mal wöchentlich vorgekochtes, tiefgekühltes Essen aus St. Pölten herankarren zu lassen – gegen die Stimmen der Bürgerliste/DIE GRÜNEN.
  • Ein Antrag der Bürgerliste/DIE GRÜNEN aus dem Jahr 2012, der die Stadt dazu aufforderte, sicherzustellen, dass Salzburgs Schülerinnen und Schüler mit biologischen und frisch gekochten Mahlzeiten versorgt werden, ist bis heute unerledigt geblieben. Ressortzuständig damals wie heute: die SPÖ.
  • Dass derBildungscampus Gnigl nun doch eine eigene Produktionsküche erhält, war lange Zeit nicht klar. Erst durch den Einsatz der Bürgerliste/DIE GRÜNEN konnte die Küche und damit auch frisch zubereitetes Essen sichergestellt werden.
  • GR Bernhard Carl brachte vergangene Woche erneut einen Antrag für gesundes, frisch gekochtes Essen an Salzburger Schulen ein.


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