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Mag.a Dr.in

Kimbie Humer-Vogl

Landtagsabgeordnete, stv. Klubobfrau, Bezirkssprecherin der Grünen Tennengau
„Salzburgs Sozialpolitik braucht starke GRÜNE Impulse.“
Kimbie Humer-Vogl

Interview

Was war dein erstes politisches Aha-Erlebnis? 

Das war schon in der Schulzeit das Thema „saurer Regen“ und der Reaktorunfall „Three Mile Island“. Wir waren eine Zeit lang sehr verunsichert, was unsere Zukunft anbelangt. Damals hieß es, es werde in ein paar Jahren kein Baum mehr stehen. Von da an war mir klar, dass es ein Engagement für die Umwelt braucht.

Wie sieht dein grüner Lebensstil aus? 

Das Wichtigste ist es für mich, kein Fleisch zu essen. Damit trägt man wesentlich zu einem ausgeglichenen CO2-Beitrag bei. Ich fahre fast ausschließlich öffentlich, wobei ich sagen muss, dass das wesentlich schwieriger war, als unsere Kinder noch kleiner waren. Außerdem mache ich so gut wie nie Flugreisen. Mein ökologischer Fußabdruck ist eigentlich sehr klein, allerdings habe ich zwei „Probleme“: Hund und Katze, die erhöhen den Fußabdruck leider wieder.

Warum braucht Salzburg die Grünen? 

Spätestens seit der letzten Regierungsperiode, die mit einem Untersuchungsausschuss begonnen und geendet hat, ist das ziemlich klar. Postenschacher und Freunderlwirtschaft finde ich unerträglich, das muss endlich ein Ende haben.

Wie sieht deine Vision für Salzburg aus? 

Gleichberechtigte soziale Teilhabe für alle Menschen. Ich sehe die Vielfalt als Ressource für unsere Gesellschaft: Wirklich alle Menschen sollen die gleichen Chancen haben.

Sport….

...die wichtigste Nebensache der Welt.

Dein Lieblingslied…

...ich liebe Konstantin Wecker!

Biografie

  • geboren 1971 in Rustenburg, Republik Südafrika​
  • wohnhaft in Hallein
  • verheiratet
  • vier Kinder

Ausbildung

  • Studium der Psychologie, mit anschließenden Doktoratsstudium in Salzburg
  • zahlreiche Zusatzausbildungen: klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie, Notfallpsychologie, Validation​

Beruf

  • seit 1994 Mitarbeiterin der Beratungsstelle des psychologischen Instituts der Uni Salzburg​
  • seit 1996 Lektorin für verschiedene Einrichtungen
  • 1997-2002 Integrationsfachkraft bei pro mente Salzburg (Aufbau der Arbeitsassistenz für Gehörlose im Land Salzburg)
  • seit 1999 Projektorganisation bei pro mente Salzburg (Bereiche Bildung, Öffentlichkeitsarbeit)
  • seit 2010 Bildungsmanagement für die pro mente Akademie Wien

Politische Laufbahn

  • seit 2009 Mitarbeit bei den GRÜNEN Hallein
  • seit 2011 Bezirkssprecherin der GRÜNEN Tennengau​
  • seit 2013 GRÜNE Landtagsabgeordnete

Schwerpunkte

  • Gesundheit
  • Soziales/Inklusion behinderter Menschen
  • SeniorInnen/Pflege
  • Bildung
  • Sport

DIE UN-BEHINDERTENRECHTSKONVENTION

2008 ist Österreich der UN-Behindertenrechtskonvention beigetreten. Wie weit sind wir auf dem Weg zur Umsetzung in Salzburg wirklich gekommen? 

Meine Eindrücke, die im ich Zuge meiner Arbeit im psychosozialen Bereich und aus Gesprächen mit Menschen gesammelt habe, haben mir folgendes gezeigt: 1) Die Österreichische Gebärdensprache ist nach wie vor im Schulunterrichtsgesetz nicht anerkannt. Gehörlose Kinder müssen den Lernstoff, den sie in Gebärdensprache mühelos erlernen könnten, folglich „behindert“ über Lautsprache und unterstützende Gebärden erwerben. 2) Etwa hundert schwer psychisch kranke Menschen in Salzburg warten auf einen Platz zum Wohnen, mindestens ebenso viele auf eine Beschäftigungsmöglichkeit. Die Lebenshilfe Salzburg berichtet von ähnlich langen Wartelisten. Zum Vergleich: In Vorarlberg gibt es Vollversorgung. Besonders schlimm ist die Situation bei psychisch kranken Kindern: Hier werden aktuell nur 10 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen behandelt. 3) Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es in Salzburg nach wie vor keinen Rechtsanspruch auf Persönliche Assistenz für behinderte Menschen. Diese Leistung muss jedes Jahr neu ausverhandelt werden, was für viele Menschen die Zugangshürde unüberwindbar macht.

Was ist Dein Resümee daraus und was sind Deine Konsequenzen?

Es gibt in Salzburg viele ausgezeichnete Angebote mit hervorragendem, hochqualifiziertem und engagiertem Personal. Diese Angebote gibt es aber eben immer nur für einen Teil der Betroffenen, die anderen gehen leer aus. Warum das so ist, lässt sich nicht rationell begründen. Hier handelt es sich nicht um vernachlässigbare Einzelfälle, sondern hier werden Menschenrechte missachtet, zu denen sich Österreich bekennt. Ziel Nummer eins muss die Novellierung des Salzburger Behindertengesetzes sein: Derzeit herrscht hier Stillstand. Die Novellierung ist aber eine wichtige Voraussetzung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Danach wird es um die Kontrolle der Umsetzung der im novellierten Gesetz verankerten Bestimmungen gehen. Und Kontrolle ist ja bekanntlich eine GRÜNE Spezialität!

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