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am 2. April 2014

Birgit Schatz zu 12-Stunden-Arbeitstag: Zurück ins 19. Jahrhundert

Birgit Schatz - SPÖ, Gewerkschaften und AK verharren in beschämtem Schweigen.

"Die Abschaffung des 12-Stunden-Arbeitstages wurde vor rund 100 Jahren von ArbeiterInnen erkämpft, um ein lebenswerteres Dasein zu erlangen. Die aktuelle österreichische Regierung mutet ArbeitnehmerInnen zu, unter dem Deckmantel der 'Flexibilität', künftig wieder von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu schuften. Dieser massive Schritt ist durch nichts zu rechtfertigen", kritisiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die von Minister Mitterlehner erneut in Aussicht gestellte Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit. 

"Zu argumentieren, das beträfe ja nur Beschäftigte mit Gleitzeitregelungen ist sarkastisch. So schnell werden wir gar nicht mit den Statistiken nachkommen, wie Gleitzeitregelungen in Folge dieser Änderung aus dem Boden schießen werden. Wenn Unternehmen darauf aus sind, 12-Stunden-Tage zu wollen, dann werden sie sie künftig bekommen", sagt Schatz. 

Bereits vorige Woche hat die Grüne nach dem Ministerrat darauf hingewiesen, dass diese Arbeitszeitausdehnung ohne Überstundenzuschläge erfolgen wird, was in Folge von Minister Mitterlehner anders dargestellt wurde. Schatz erläutert dazu: "Klar ist, dass bei Gleitzeitregelungen immer erst am Ende der Gleitzeitperiode Überstunden abgerechnet werden. D.h., dass die Verlängerung der täglichen Arbeitszeit auf bis zu 12 Stunden und die damit verbundene enorme Mehrbelastung am Ende keinen finanziellen Vorteil für die Betroffenen bringen kann, wenn am Ende der Gleitzeitperiode die Zeit wieder ausgeglichen ist." 

Nach wie vor völlig unverständlich ist das Schweigen von AK und Gewerkschaften in dieser Sache. "Lehrlinge mit 16, 17 Jahren werden künftig auf Montage Zehn-Stunden-Arbeitstage haben. Was ist das für ein Leben in diesem Alter? Was wird den Körpern dieser teilweise noch im Wachstum befindlichen jungen Menschen damit zugemutet? Welche Konsequenzen hat das auf das soziale Leben und auch Verhalten der Betroffenen? So viel Unverantwortlichkeit macht mich selbst bei der ÖVP noch stutzig", meint Schatz weiter. 

"Die Darstellung, dass Arbeitsplätze oder Lehrstellen ohne diese Arbeitszeitausdehnung verloren gehen werden und diese Argumentation dann auch noch wirkt, ist entsetzlich. Denn wenn dieses Tor geöffnet wird, was wird dann noch alles mit dieser Erpressungsschiene gerechtfertigt werden? Welche Arbeitsschutzbestimmung wären noch abzuschaffen? Welche Tarifvereinbarung zu verschlechtern? Welches Menschenrecht zu relativieren? Wir Grüne werden alles daran setzten, dass diese Gesetzesinitiative zu Fall gebracht wird. Dafür müssten aber auch SPÖ, AK und Gewerkschaften aus ihrem beschämenden Schweigen endlich aufwachen", fordert Schatz.

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