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am 17. Juni 2014

Neues Auswahlverfahren von SchulleiterInnen

GRÜNE Salzburg - Neues SchulleiterInnenbestellungsverfahren garantiert Objektivität und verhindert (partei-)politische Einflussnahme.

Das heute, Dienstag 17. Juni, präsentierte neue Verfahren zur Bestellung von SchulleiterInnen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Objektivierung, Transparenz, Vereinfachung und Verkürzung der Verfahren. Die Funktion des Schulleiters bzw. der Schulleiterin im Pflichtschulbereich ist aufgrund häufiger Unterrichts- und Supplierverpflichtung, ständig steigendem Verwaltungsaufwand sowie der großen Verantwortung eine herausfordernde Aufgabe, für die aufgrund des langwierigen LeiterInnenbestellungsverfahrens immer weniger BewerberInnen gefunden werden.

Mit der Abschaffung der Bezirksschulräte wurde ein erster wichtiger Schritt zur Verfahrensvereinfachung gemacht, durch den Entfall dieser Ebene muss und kann nun ein neues Bestellungsverfahren für SchulleiterInnen eingeführt werden.

"In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Einzelbewerbungen für offene SchulleiterInnenstellen. Das neue Bestellungsverfahren ist ein wichtiger Eckpfeiler, der die Motivation zur Bewerbung wieder steigern und die objektive Beurteilung und Auswahl der Bewerber an erster Stelle setzen soll. Hierbei steht die Transparenz und Qualität der Personalauswahl und letztlich der Entscheidungsfindung des bestqualifizierten Bewerbers im Vordergrund, (partei)politische Einflussnahme wird durch das neue Auswahlverfahren verhindert. Gleichzeitig wird die Dauer des Bestellungsvorgangs verkürzt, die im Regelfall derzeit sechs Monate beträgt", sagte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, der sich in einem Informationsgespräch zur Präsentation des neuen Schulleiterbestellungsverfahrens beim Amtsführenden Landesschulratspräsidenten Mag. Johannes Plötzeneder und dem GRÜNEN Klubobmann Cyriak Schwaighofer für die konstruktive Zusammenarbeit bedankte. Das neue Modell wurde in enger Abstimmung der Koalitionsparteien erstellt und vom Landeshauptmann bereits den Oppositionsparteien vorgestellt, die grundsätzliche Zustimmung signalisierten.

KO CYRIAK SCHWAIGHOFER: "DEUTLICH MEHR TRANSPARENZ UND KONTROLLE!"

"Ich befasse mich schon seit vielen Jahren als Bildungssprecher der Grünen mit dem Problem sinkender (oder gar fehlender) Bewerbungen um Leiterposten und der möglichen Verbesserung des LeiterInnenbestellungsverfahrens. Nach längerer Suche nach erfolgreichen Modellen wurde das oberösterreichische LeiterInnenbestellungsmodell als Vorbild für Salzburg adaptiert und weiterent-wickelt. Besonders wichtig ist mir das deutlich ausgebaute Mitentscheidungsrecht der Schulen durch die Schulgremien und die Gemeindevertretung. Im Auswahlverfahren ist die Zusammensetzung der sogenannten 'Auswahlkommission' ein Schritt in eine neue Richtung: In ihr finden sich neben ExpertInnen der Schulaufsicht Bildungsfachleute, die von allen Landtagsparteien in einen 'Pool' entsandt und von dort in die Auswahlkommission berufen werden. Auch das neu zu schaffende Gremium des 'Kontrollausschusses' halte ich für einen bedeutenden Fortschritt.

Dorthin können sich alle Bewerberinnen und Bewerber während des ganzen Verfahrens wenden, falls sie Zweifel an Bewertungen etc. haben. Dieser Kontrollausschuss wird als Gremium des Landesschulrates eingerichtet und besteht aus je einem Vertreter der Fraktionen im Landesschulrat. Mit dem Abgehen von bisher geübter ÖVP-SPÖ-Dominanz in den Entscheidungs- und Kontrollgremien erwarte ich mir deutlich mehr Transparenz und Kontrolle", sagte Klubobmann Cyriak Schwaighofer.

"Mit der Abschaffung der Bezirksschulräte bot sich die Gelegenheit, das Verfahren für die LeiterInnenbestellung zu erneuern. Wir erhoffen uns dadurch wieder mehr Bewerbungen und eine raschere Abwicklung des Prozesses. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten auf amtlicher und politischer Ebene funktionierte hervorragend und ich bin froh, dass wir jetzt ein von allen Seiten befürwortetes Verfahren einführen können", so der Amtsführende Landesschulratspräsident Mag. Johannes Plötzeneder.

Das neue bestellungsverfahren gliedert sich in drei gewichtete Teile:

Grundsätzlich handelt es sich um ein zentrales und einheitliches Verfahren. Das Verfahren führt zu vergleichbaren und reihungsrelevanten Punktekontingenten der einzelnen BewerberInnen und somit zur geforderten Objektivierung. Es setzt sich aus dem Bewerbungsportfolio sowie einem Anhörungsverfahren durch die zentrale Anhörungskommission mit anschließenden Stellungnahmen des Schulforums, des Gemeinderates (Schulerhalter) und der Personalvertretung im Bezirk zusammen.

1. Bewerbungsportfolio (Berufsbiografie)

Die für den Schultyp fachspezifische Eignung ist bereits in der Stellenausschreibung festgelegt. Die Bewerbungen für offene Stellen werden von der zuständigen Bildungsabteilung des Landes auf die Erfüllung der Voraussetzungen für die Schulart oder besondere Schwerpunkte sowie Schulprogramme geprüft. Sind diese erfüllt, erfolgt die Einladung der BewerberInnen zum Anhörungsverfahren.

Das Bewerbungsportfolio fließt in die gewichtete Bewertung der Anhörungskommission mit ein.

Dabei werden auch für die Schulleitung relevante, absolvierte Fort- und Weiterbildungs-Module (PH oder andere Anbieter) sowie nachweisbare praktische Führungserfahrungen bewertet und angerechnet.

2. Hearing vor der zentralen Anhörungskommission

Für das Bundesland Salzburg wird eine zentrale Anhörungskommission eingerichtet, die sich folgendermaßen zusammensetzt:

- ZuständigeR LandesschulinspektorIn (Vorsitzführung)

- PflichtschulinspektorIn aus der Bildungsregion

- ein Mitglied des Zentralausschusses der Personalvertretung

- die im Landtag vertretenen Fraktionen entsenden jeweils drei Bildungsfachleute in einen Expertenpool, aus dem jeweils eine Person pro Fraktion in die Anhörungskommission entsendet wird. Diese sind:

  • nicht im Kollegium des Landesschulrates,
  • nicht Abgeordnete des Landtags
  • nicht Beamte des Landesschulrates oder einer Bildungsregion

Alle Poolmitglieder erhalten eine entsprechende Einschulung.

Um die Beurteilung der Eignung der Bewerberin bzw. des Bewerbers feststellen zu können, erfolgt das Anhörungsverfahren in zwei Teilen:

Persönliche Vorstellung der Bewerberin/des Bewerbers

Individuelle Befragung nach einem vorgegebenen Fragenpool

Die Anhörungskommission erstellt aus dem Ergebnis des Hearings einen gewichteten Bewertungsvorschlag.

3. Stellungnahmen

Für die schulische Mitbestimmung werden die Stellungnahmen von folgenden Gremien eingebracht:

- Vertreter/in des Gemeinderates: entsendet durch Gemeinderatsbeschluss

- Vertreter/in des Schulgemeinschaftsausschusses/Schulforums (je ein/e Eltern- und Lehrervertreter/in)

- Vertreter/in des Dienststellenausschusses im Bezirk

- Je ein/e Vertreter/in der Fraktionen des LSR-Kollegiums

Diese Stellungnahmen fließen in die Gesamtbewertung nach vorgegebenen Kriterien der Gewichtung ein.

Bereits im Anhörungsverfahren gibt für diese Gremien Beobachterstatus ohne Frage- und Stimmrecht. Ihre Wahrnehmungen und Beobachtungen können in die Stellungnahmen des Gemeinderates (Schulerhalter), des Schulforums/Schulgemeinschaftsausschusses und der Personalvertretung einfließen.

Vereinfachtes Verfahren bei Einzelbewerbung

Bei Vorliegen einer Einzelbewerbung kann auf Beschluss der Präsidiale des Landesschulrates ein vereinfachtes und schlankes Verfahren am Schulstandort erfolgen:

- die fachlich-pädagogische Eignung wird durch die Dienstbehörde festgestellt

- die Bewerberin/der Bewerber stellt sich und ihre/seine Perspektiven für die beabsichtigte Schulentwicklung des Standortes vor

- die Stellungnahmen durch Gemeinderat/Schulgemeinschaftsausschuss/Personalvertretung werden eingebracht

Dieses Verfahren schließt mit der Ergebnisqualität in zwei Kategorien: "geeignet" oder "nicht geeignet" ab.

Die Gewichtung der maximal zu vergebenden Punkteanzahl wurde so gewählt, dass nicht nur der punktuelle Eindruck des Hearings ausschlaggebend sein kann, sondern auch die bisherige berufliche Qualifizierung – unabhängig vom Berufsalter – sichtbar wird. Diesem Aspekt sowie den gesetzlichen Vorgaben wird auch durch die Stellungnahmen (Gemeinderat/Schulforum oder SGA/Personalvertretung) Rechnung getragen.

1. Fachlich pädagogische Eignung: Bewerbungsportfolio 45 Prozent

2. Eignung im Hinblick auf die geforderten Persönlichkeitsmerkmale: Hearing 30 Prozent

3. Stellungnahmen 25 Prozent

Aus dem Prozess ergibt sich ein Protokoll, das als Vorschlag dem Kollegium des Landesschulrates übermittelt wird.

Die Bewerber/innen werden im weiteren Verlauf über das Ergebnis informiert, haben das Recht der Einsicht in ihre Akten und deren Bewertungen und können im Falle auftretender Fragen einen Kontrollausschuss anrufen, der als Ausschuss des Landesschulrats-Kollegiums eingerichtet wird und aus jeweils einem Mitglied pro Fraktion besteht.

Nach Beschlussfassung des Kollegiums des Landesschulrates wird aufgrund der bundesgesetzlichen Vorgaben ein gereihter Dreiervorschlag an die Landesregierung zur Beschlussfassung übergeben.

Um die neuen Leiter/innen nach deren Bestellung optimal zu begleiten und zu unterstützen, wird bereits vor Schulbeginn des ersten Leitungsjahres ein Mentoring-Programm gestartet. Hier lernen sich erfahrene Schulleiter/innen als Mentoren/innen und neue Schulleiter/innen als Trainees kennen und arbeiten im Verlauf des Jahres sehr eng zusammen. Die Einführung und der Verlauf des Prozess sind fachlich durch die regionalen Pflichtschulinspektoren/innen organisiert und begleitet, wodurch ein guter Start in die neue Aufgabe gewährleistet ist.

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