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am 27. Februar

„Grüne Politik ist nichts für Feiglinge“

GRÜNE Salzburg - LHStv. Astrid Rössler über Insektensterben, Grundstücksspekulanten und die Grüne Handschrift im Alltag

Redaktion: Frau Dr. Rössler: Braucht es die Grünen überhaupt noch?

Astrid Rössler: Grüne Politik steht für einen anderen Umgang mit der Welt, in der wir leben. Wir können diesen Planeten nicht weiter hemmungslos ausbeuten, ohne uns letztlich selbst zu schaden. Der Erhalt unserer Natur und unserer Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen – keine andere Partei setzt sich dafür auch nur annähernd so konsequent ein wie die Grünen.

Sie haben 16 Wildbienenarten in Salzburg unter Schutz gestellt. Kümmern sich die Grünen zu sehr um Randthemen? 

Dass wir Obst und Gemüse ernten können, verdanken wir bei rund 90 Prozent der Pflanzen den Insekten, die die Bestäubung übernehmen. Mittlerweile stellen wir aber ein dramatisches Artensterben bei nahezu allen Insekten fest! Indem wir die Lebensräume der Wildbienen schützen, helfen wir allen Insektenarten. Und von deren Überleben hängt letztlich unsere Ernährung ab. Wenn das ein Randthema ist...

Diese Art von Politik wirkt langfristig, doch wo spüren die Menschen die Grüne Handschrift in ihrem Alltag?

In jedem einzelnen Grünen Ressort. Mit dem neuen Raumordnungsgesetz sagen wir der Preistreiberei durch Grundstücksspekulation und Zweitwohnsitze den Kampf an, wir wollen, dass Wohnen wieder leistbar wird. Familienlandesrätin Martina Berthold hat Millionen in die Kinderbetreuung investiert, die neu geschaffenen Betreuungsplätze sind für viele berufstätige Eltern eine echte Entlastung. Und was Soziallandesrat Heinrich Schellhorn an neuen Wohn- und Betreuungsmodellen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder etwa Menschen mit Behinderungen errichtet hat – also das ist Hilfe, die den Alltag vieler spürbar erleichtert.

Die Grünen als neue „Sozialpartei“?

Österreich zählt zu den sichersten Ländern der Welt. Ein wesentlicher Grund dafür ist unser gutes soziales Netz mit seiner Mindestsicherung. Wir werden deshalb sicher nicht tatenlos hinnehmen, wie der Sozialstaat schlecht geredet wird, sondern unsere sozialen Errungenschaften mit Zähnen und Klauen verteidigen. Salzburg hält zusammen, wir lassen niemanden in Stich.

Sie haben einmal gesagt: „Grüne Politik ist nichts für Feiglinge.“

Politik, die Entscheidungen trifft, eckt an, da braucht es Stehvermögen auch bei Gegenwind. Oft genug gibt uns die Zeit dann recht: Als wir beschlossen haben, dem flächenfressenden Einkaufszentren-Wildwuchs an den Ortsrändern Einhalt zu gebieten, war mancherorts die Entrüstung groß. Mittlerweile zeigt sich: Durch diese Entscheidung sind jetzt wieder kleine Betriebe motiviert, sich im Ortskern anzusiedeln. Da sind in vielen Gemeinden spannende Entwicklungen zur Ortskernstärkung in Gang gesetzt worden.

Grüne Politik als Mutmacher?

Unbedingt! Unsere Heimat ist wunderschön. Das ist ein Schatz, den viele Menschen völlig zu Recht bewahren wollen. Und dabei können sie auf uns zählen.