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am 14. Juni

Wird der Hass zur neuen Leitkultur? Vom Sinn und Unsinn der Konfrontation

GRÜNE Salzburg - Der Hass in der Gesellschaft nimmt zu. Nicht nur in der Sprache. Weil „Sprechen ist aus neurowissenschaftlicher Sicht Probe-Handeln“, wie der Neurobiologe und Hirnforscher Joachim Bauer bei unserem unseres jüngsten „future talk“ meinte. Doch was lässt sich tun, um dieses Phänomen wieder zurückzudrängen? Joachim Bauers höchst interessanter Vortrag hier in kompakter Version zum Nachlesen:

"Dass wir in unseren westlichen Gesellschaften ein akutes Problem mit dem Hass haben, erscheint vielen Menschen inzwischen als kaum noch bestreitbar. Die Hass-Sprache ist dabei, Einzug in wichtige Lebensbereiche zu halten, vor allem in die Netzwerke und Foren des Internets und in die Sprache mancher unserer Politiker, aber auch in die Schule. Teilweise prägt sie sogar die Kommunikation innerhalb mancher Familien. Ich möchte drei Fragen behandeln: Zunächst möchte ich - erstens - prüfen, ob es sich bei der Wahrnehmung von gesellschaftlichem Hass-Phänomenen nur um ein subjektives Gefühl handelt, das viele beseelt, oder ob sich das Phänomen objektivieren lässt. Zweitens möchte ich die Frage stellen, wie sich das Phänomen von gesellschaftlichem Hass - falls wir es als ein reales, existierendes Problem anerkennen - verstehen lässt, wobei ich dabei auch auf Erkenntnisse aus den sogenannten sozialen Neurowissenschaften zurückgreifen werden. Drittens und letztens möchte ich mich schließlich der Frage zuwenden, welche Lösungsansätze sich bieten, das Problem einzudämmen und zu begrenzen.

1. Gesellschaftlicher Hass: Ein nur subjektiv gefühltes, oder ein objektives Phänomen?

Die erste der drei Fragen war, ob das Phänomen des sozialen Hasses nur ein Gefühl ist, das viele Menschen subjektiv empfinden, oder ob es sich um ein objektives Phänomen handelt. Beginnen wir bei unserer Betrachtung mit dem Internet mit seinen zahlreichen Foren und sozialen Netzwerken. Für die Mehrheit der Menschen ist das Internet zu einer wichtigen neuen Biosphäre geworden: Rund 58 Millionen Deutsche und etwa 6.1 Millionen Österreicher sind Internet-Nutzer. Wie verbreitet ist Hass im Internet? Eine repräsentative, im Jahre 2015 publizierte Studie des Digitalverbandes Bitkom hat ermittelt, dass 11% der Internet-User im Internet schon selbst persönlich angegriffen, beleidigt oder bedroht wurden, das sind immerhin 6.4 Millionen Menschen in Deutschland und rund 700.000 Betroffene in Österreich.
Andrerseits haben mehr als 6% der Internet-Nutzer selbst schon Hass-Kommentare verfasst. Es gibt also mindestens 3.5 Millionen in Deutschland und ca. 370.000 Menschen in Österreich, die sich -zumindest zeitweise- in einem Gemütszustand befinden, der sie dazu bringt, ihren Hass gegen andere ungebremst in die Tasten ihrer digitalen Gadgets zu hauen. Frägt man die Autoren von Hass-Kommentaren im Internet nach ihren Gründen, dann sagen 77% von ihnen, sie wollten ihrem Ärger Luft machen, 61% sagen, sie wollten andere aufrütteln. Tun sie damit Gutes? Weit mehr als drei Viertel aller Internet-Nutzer sehen in Hass-Kommentaren nichts Positives: 79% aller Nutzer sagen, dass sie davon ausgehen, dass Hass-Kommentare Gewalt begünstigen. Und 72% aller User sagen, dass Hass-Kommentare im Internet das gesellschaftliche Klima vergiften. Die Frage, warum Menschen Hass-Kommentare schreiben, wollen wir etwas später noch näher untersuchen.

Hass-Kommentare können denen, auf die sie zielen, erheblichen Schaden zufügen: Beleidigungen, das Streuen von Gerüchten, Verleumdungen und Bedrohungen können das Leben eines anderen Menschen schwer beschädigen oder sogar ruinieren. Hass-Kommentare gelöscht zu bekommen, ist -jedenfalls derzeit noch- eine ungeheuer mühsame und - wegen des dafür oft notwendigen juristischen Beistandes - oft auch teure Angelegenheit. Dass ungeachtet all´ dieser Schwierigkeiten Facebook in Deutschland im Jahre 2016 alleine in einem einzigen Monat veranlasst wurde, etwa 100.000 Hass-Kommentare, die strafbare Inhalte hatten, zu löschen, zeigt die Dimension des Problems.
Die deutsche Bundesregierung hat jetzt ein Gesetz - das sogenannte „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“- auf den Weg gebracht, das Anbieter zwingen soll, rechtswidrige Kommentare innerhalb von 24 Stunden nach Eingang einer Beschwere zu löschen. Der deutsche Richterbund hat - wie ich meine zu Recht - bemängelt, dass das Gesetz nicht weit genug gehe. Zu fordern sei, dass die Provider den Geschädigten die Identität der - meist anonymen - Kommentatoren preisgeben, wenn es sich um einen rechtswidrigen Kommentar gehandelt hat. Zahlen darüber, ob der Hass im Internet in den letzten Jahren zugenommen hat, liegen nicht vor. Man kann aber, um der Antwort auf diese Frage etwas näher zu kommen, einen Umweg gehen und sich einmal die statistische Entwicklung der letzten Jahre im Bereich politisch motivierter Kriminalität in Deutschland anschauen. Mehr als die Hälfte der in dieser Statistik erfassten Delikte sind nämlich Propagandadelikte und Volksverhetzungen, also Delikte, die mit dem Hass gegen politisch Andersdenkende und gegen ethnische Minderheiten zu tun haben.
Hier zeigt sich über die letzten 15 Jahre hinweg eine klare Zunahme – von zwischen 20.000 und 25.000 Delikten Anfang der Nuller-Jahre auf deutlich über 30.000 Delikte in den Jahren seit 2013.
Bemerkenswert ist, dass die Zunahme von verbalem Hass begleitet wird durch eine Zunahme von Gewalttaten. Jene 79% der Internet-Benutzer, die in der Bitkom-Studie die Vermutung geäußert hatten, dass verbaler Hass ein Wegbereiter der Gewalt ist, liegen also richtig. Neurowissenschaftler kann das nicht überraschen. Die Sprachzentren des menschlichen Gehirns sind in Netzwerke eingebettet, in denen Handlungen geplant werden. Sprechen ist aus neurowissenschaftlicher Sicht also Probe-Handeln.

Hass-Sprache findet sich nicht nur im Internet, sondern auch im politischen Raum. In letzter Zeit sind auch einige - darunter sogar  einige herausragende - politische Akteure dazu übergegangen, sich dieser Sprache zu bedienen. Anfang des Jahres 2016 sprach sich Frauke Petry, die Chefin der rechtsgerichteten deutschen Gruppierung AfD in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen dafür aus, notfalls von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, um den illegalen Grenzübertritt von Flüchtlingen auf deutschen Boden verhindern. Björn Höcke, ein anderes führendes Mitglied der AfD, sagte in einem Interview der FAZ am im Herbst 2015: „Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“ Auch solche Äußerungen transportieren den Geist des Hasses.
Oft läuft es im politischen Raum so, dass sich die Spitzenfiguren etwas feiner ausdrücken und stattdessen andere damit beauftragen, sozusagen die sprachliche Drecksarbeit für die politische Spitze zu machen. In Ungarn wurde 2016 Zsolt Bayer, Mitbegründer der Regierungspartei Fidesz und ein enger Freund Victor Orbans mit einem der höchsten Orden des Landes, dem "Ritterkreuz des ungarischen Verdienstordens" ausgezeichnet. Zsolt Bayer hat sich wiederholt extrem abfällig und dehumanisierend über Sinti und Roma, über jüdische Mitbürger sowie über Flüchtlinge geäußert. Zsolt Bayer soll die Äußerung getan haben: "Wenn jemand ein Zigeunerkind überfährt, handelt er richtig".
Natürlich gehören auch einige der Aussagen des neuen amerikanischen Präsidenten, vor allem gegenüber Mexikanern und Muslimen, in die Kategorie Hass-Sprache. Seinen Vorgänger im Amt hat Trump bekanntlich als einen „schlechten oder im Kopf kranken Kerl“ („bad or sick guy“) bezeichnet. Über Ariana Huffington, die Verlegerin eines Internet-Portals sagte er: “Ariana Huffington is unattractive, both inside and out. I fully understand why her former husband left her for a man – he made a good decision.”

Die von mir bis hierher aufgeführten Beispiele betreffen politisch rechtsgerichtete Akteure. Allerdings haben im mittleren oder eher linken Spektrum angesiedelte Zeitgenossen keinen Grund, sich pharisäerhaft aufzuspielen. Auch einige Intellektuelle und solche, die es sein wollen, haben sich im Bereich Hass-Sprache hervorgetan, und das zu einem erstaunlich frühen Zeitpunkt. Im Jahre 2005 schrieb eine deutsche Autorin unter dem Pseudonym Lotte Kühn ein -so der Titel - „Lehrerhasser-Buch“, welches in Deutschland ein Bestseller wurde. Warum tat sie das nicht unter ihrem richtigen Namen? Das Pseudonym Lotte Kühn sollte nach Kühnheit klingen. Sie hätte sich besser Lotte Ängstlich oder Lotte Giftschlange nennen sollen.
Die ungebremste Absonderung von Hass wird durch Anonymität, wie sie vor allem im Internet gang und gäbe geworden ist, enorm gefördert. Zwei Jahre nach Lotte Kühn, also 2007, zog Werner Bartens, Medizin-Redakteur der Süddeutschen Zeitung, mit seinem „Ärztehasserbuch“ - so lautete der Titel - nach, auch dieses Buch war ein Bestseller. Auf dem Markt ist inzwischen übrigens auch ein „Apple-Hasserbuch“, ein „Mallorca-Hasserbuch“, ein „Bahn-Hasserbuch“ sowie ein „Kollegen-Hasserbuch“.
Last but not least erschien dieser Tage unter dem Titel „100 Zeilen Hass“ eine Sammlung von teilweise hasserfüllten Kommentaren, die der - jedenfalls in meiner Wahrnehmung - eigentlich doch so geistreiche und liebenswerte Maxim Biller in den Jahren zwischen 1987 und 1999 abgesondert hat. Diese Preziosen werden jetzt neu aufgelegt. Wolf Biermann ist bei Maxim Biller ein „armer Choleriker und Unsympath"; Harald Schmidt „ein Stück Scheiße, der Schwule nicht leiden kann"; Roger Willemsen wird als „Intellektuellendarsteller", „Vortäuscher", „Blender" und „Trickser" bezeichnet; Gregor Gysi sei »ein mieser, unehrlicher, kommunistischer Reaktionär und HighTech-Stalinist«. "Es gibt Dinge und Menschen“, so belehrt uns Maxim Biller, „die sind einfach hassenswert". Ist Hass-Sprache nur deswegen, weil sie aus unserem eigenen Milieu, also von intellektueller oder linker Seite kommt, weniger problematisch als der verbale Dreck, der aus dem rechten Lager in die Arena der Öffentlichkeit geworfen wird?

Internet und Politik sind nicht die einzigen Biosphären, in denen sich Hass ausgebreitet hat. Ein hoch relevanter Bereich, der geradezu ein Haupt-Terrain der Hass-Sprache geworden ist, sind die öffentlichen Schulen. Ich beschäftige mich als Neurowissenschaftler, auch im Rahmen von konkreten wissenschaftlichen Projekten, seit Jahren mit Fragen der Pädagogik im  Allgemeinen, und mit der Situation an unseren Schulen im Besonderen. Die Hass-Sprache an unseren Schulen hat ein gewaltiges Ausmaß erreicht. Viele Schülerinnen und Schüler bedienen sich nicht nur gegenüber Lehrkräften, sondern auch untereinander in erheblichem Umfang einer Hass-Sprache.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnen-Verband BLLV, einer der großen deutschen Lehrerverbände, hat daher als einer der Ersten im Herbst 2016 eine bundesweite Aktion unter der Überschrift „Haltung zählt“ gegen die Hass-Sprache an Schulen gestartet hat, eine Aktion an der ich aktiv mitgewirkt habe. Hass an Schulen wird nicht nur direkt von Person zu Person adressiert, sondern auch über das Internet transportiert. Eine besonders üble Form ist das sogenannt Cyber-Mobbing, bei dem Schülerinnen und Schüler einerseits ihre Lehrkräfte, vor allem aber sich untereinander bloßstellen und verächtlich machen.
Schülerinnen und Schüler bedienen sich dabei nicht nur der Hass-Sprache, sondern machen sich gegenseitig auch mit Bildern oder Videoclips lächerlich und zerstören so die Würde ihrer Kameraden/innen oder ihrer Lehrkräfte. In zahlreichen Fällen haben von Cybermobbing betroffene junge Menschen Suizid begangen. Das Phänomen hat einen derartig beängstigenden Umfang angenommen, dass sogar die Bundesregierung in Berlin aktiv geworden ist und - mit Beteiligung der Staatsministerin Monika Grütters und meiner Person - im Februar 2017 einen sogenannten „Safer Internet Day“ veranstaltet hat.

Woher kommt der Hass an Schulen? Ich werde mich noch den tieferen Ursachen des Hasses zuwenden. Doch nicht alles hat tiefe Ursachen, manches haben wir den jungen Leuten einfach nur in unverantwortlicher Art und Weise vorgemacht. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dabei Sendungen im Privatfernsehen.
Eine von mehreren derartigen Sendungen ist die von Dieter Bohlen moderierte Sendung „Deutschland sucht den Superstar“, kurz „DSDS“. Bis zu 15 Millionen jungen Menschen haben einmal diese Sendung geschaut, die Zuschauerzahlen sind etwas abgefallen, liegen derzeit aber immer noch bei drei Millionen. Kinder und Jugendliche, die hier vorsingen und der Jury nicht gefallen, bekommen - vor einem Millionenpublikum - von Dieter Bohlen Sätze zu hören wie: „„Mit der Stimme bekommst du einen Behindertenparkausweis.“ Weitere Kostproben sind: „Wenn du deine Stimmbänder in die Mülltonne schmeißt, ist das artgerechte Haltung.“ „Wisst ihr, was der Unterschied zwischen euch und einem Eimer Scheiße ist? Der Eimer!“. „Du siehst aus wie 'ne Schießbudenfigur! War bei euch in der Nähe die Altkleidersammlung?“. Weitere Ansagen von Dieter Bohlen an seine jungen Kandidaten waren: "Da ist die Frage: Wo hört der Gesang auf und wo fängt die Straftat an?". "Wenn ich mir morgens einen Pickel ausdrücke, dann hat das mehr Power als deine Stimme.". "Ich kann nicht mal sagen, dass das scheiße war, das war schlechter. Wenn Du mir ´nen Affen mitgibst für ein halbes Jahr, dann singt der besser." Zum Schutze von Dieter Bohlens Sendung muss gesagt werden: Seine Sendung ist nicht die einzige, die jungen Menschen Hass-Sprache als Modell vorgeführt hat. „
DSDS“ gehört zu einer Gruppe von Sendungen, die als „Reality-TV-Formate“ bezeichnet werden. Die Anzahl dieser Sendeformate liegt inzwischen bei an die hundert, die Sendungen werden von Millionen von jungen Menschen aller Altersgruppen gesehen. Eine an der Freien Universität Berlin von Margreth Lünenborg und Kollegen durchgeführte Studie („Skandalisierung im Fernsehen“) kommt zu dem Schluss: „Provokationen in Form bewusster Grenzüber-schreitungen und gebrochener gesellschaftlicher Tabus [werden] als dramaturgisches Mittel in allen performativen Reality TV Formaten eingesetzt.“
In eine einfache Sprache übersetzt heißt dies: Diese Sendungen transportieren Hass und haben die Hass-Sprache bei jungen Leuten gesellschaftsfähig gemacht.

Zusammenfassend können, dürfen und müssen wir jedenfalls festhalten: Das Phänomen des gesellschaftlichen Hasses ist kein eingebildetes, sondern ein reales Phänomen. Damit können wir zur nächsten unserer drei Fragen kommen.

2. Lässt sich Hass verstehen, und wenn ja: wie?

Im zweiten Teil wollten wir die Frage stellen, ob und wie sich das Phänomen von gesellschaftlichem Hass verstehen lässt, und ob uns Erkenntnisse aus den sogenannten sozialen Neurowissenschaften dabei helfen können. Die sogenannten sozialen Neurowissenschaften sind ein relativ junges Forschungsgebiet. Die „Social Neurosciences befassen sich einerseits mit der Frage, auf welche Weise das Gehirn den Menschen zu einem sozialen Wesen macht. Andrerseits untersuchen die „Social Neurosciences“, wie sozial Erfahrungen auf das Gehirn des Menschen zurückwirken und verändern. Ich möchte klarstellen: Die sozialen Neurowissenschaften können weder die Soziologie noch die Politikwissenschaften ersetzen. Ich glaube aber, dass die Sozialwissenschaften und die sozialen Neurowissenschaften eine Menge voneinander lernen können. Was also hat es mit dem Hass aus Sicht der Neurowissenschaften auf sich?

Dem großen Charles Darwin verdanken wir die Erkenntnis, dass alle fühlenden Lebewesen danach trachten, angenehme Empfindungen zu haben. Kurz: Fühlende Wesen wollen sich  „gut“ fühlen. Für das Ziel, gute Gefühle zu erleben, sind Menschen bereit, vieles zu tun sowohl moralisch Gutes als auch moralisch Böses. Die Neurowissenschaften haben keinerlei Zuständigkeit für Fragen der Moral. Sie haben sich aber intensiv mit den neuronalen Systeme des menschlichen Gehirns beschäftigt, die „angenehme Empfindungen“ oder „gute Gefühle erzeugen können. Diese Systeme werden als „Motivations-Systeme“ bezeichnet. Die „Motivations-Systeme“ werden nur dann aktiv und schütten ihre Glücksbotenstoffe nur dann aus, wenn bestimmte soziale Voraussetzungen gegeben sind. Soziale, nichtstoffliche Erfahrungen werden im Gehirn des Menschen also mit einer biologischen Reaktion beantwortet. Das menschliche Gehirn macht aus sozialen Erfahrungen also Biologie. Die sozialen Neurowissenschaften befinden sich aus diesem Grunde sozusagen an der Schnittstelle zwischen Neuro- und Sozialforschung. Welche sozialen Erfahrungen aktivieren nun aber die „Motivations-Systeme“, also jene Systeme des Gehirns, die uns „angenehme Empfindungen“ bereiten? 

Drei Arten von sozialer Erfahrung sind in der Lage, die „Motivations-Systeme zu aktivieren:

  • ​Die Systeme werden - erstens - immer dann aktiv, wenn Menschen seitens ihrer Mitmenschen soziale Akzeptanz und Zugehörigkeit erfahren.
  • Die zweite Möglichkeit, das „Motivations-System“ in Gang zu bringen, besteht darin, einem Menschen die Möglichkeit zu geben, seine Gedanken und Gefühlen auszudrücken, während ihm andere interessiert zuhören.
  • Eine dritte Möglichkeit besteht darin, einem Menschen etwas in Aussicht zu stellen, was seine Sehnsucht nach guten Gefühlen in einer nicht zu fernen Zukunft befriedigen kann. Konkret heißt das: Die Motivations-Systeme lassen sich aktivieren, wenn ich einem Menschen sage: Bestimmte Anstrengungen, die Du jetzt unternimmst, oder bestimmte Entwicklungen, die Du durchlaufen musst, werden in nicht allzu ferner Zeit dazu führen, dass sich Deine Lebensverhältnisse spürbar verbessern werden.

Es sind also drei soziale Faktoren, die in einem Menschen die Motivations-Systeme aktivieren:
1. Soziale Akzeptanz; 2. Selbstverwirklichung in dem Sinne, dass ich meiner Meinung und meinen Gefühlen Ausdruck geben darf; und 3. Die Aussicht, eine Entwicklung machen und Entwicklungsziele erreichen zu können. 

Das Gegenstück zu den Motivations-Systemen, die -wie schon gesagt- angenehme Empfindungen in uns auslösen, sind die Angst- und Aggressionssysteme des menschlichen Gehirns. Angst und Aggression sind - neurowissenschaftlich betrachtet - Geschwister: Sie haben die gleichen neuronalen Strukturen als Grundlage. Psychologen kennen die Ähnlichkeit von Angst und Aggression schon lange: Angst kann blitzschnell in Aggression umschlagen und umgekehrt. Angst und Aggression treten meistens gemeinsam auf. Angst und Aggression sind nicht von vorneherein „Böses“. Sie sind eine Art Boden, auf dem sich vieles entwickeln kann - Gutes wie Böses. Die Angst ist ein wichtiges Warnsystem, das uns hilft zu überleben. Die Aggression kann uns mit Energien versorgen, die wir brauchen um Hindernisse zu beseitigen oder um uns aus Notlagen zu retten.
Da der Hass ein Kind des Angst- und Aggressionssystem ist, sollten wir uns nun der Frage zuwenden, welche Umstände in der Lage sind, das Angst- und Aggressionssystem zu aktivieren. Einleuchtend und eher banal ist, dass akute Gefahr Bedrohung und Not dieses System aktiviert. Diejenigen, die heute in unseren westlichen Ländern den gesellschaftlichen Hass produzieren, sind meist weder von akuter Gefahr noch von akuter Not betroffen, auch wenn unzureichende wirtschaftliche Verhältnisse bei einem Teil der Hass-Produzenten sicher eine gewisse Rolle spielen. Da Gefahr, Bedrohung und Not den derzeit grassierenden Hass jedenfalls bei weitem nicht hinreichend erklären können,müssen uns weitere Faktoren interessieren, welche die Angst- und Aggressionssysteme in Aktion bringen können.
Einer der wichtigsten Faktoren, die bei der Aktivierung von Aggression eine Rolle spielen, ist der Schmerz – eine Entdeckung, die auf zwei Nestoren der Aggressionsforschung zurückgeht, nämlich auf John Dollard und Neal Miller, die einst an der Harvard Universität forschten.
Nun werden WIR mit Recht fragen: Wurde den Verfassern von Hass-Kommentaren denn etwa Schmerz zugefügt?! Die Antwort lautet: Nein und Ja. Weiterhelfen kann uns hier eine Erkenntnis aus den sozialen Neurowissenschaften.

Ein Durchbruch in der modernen Aggressionsforschung war die Beobachtung, dass die Schmerz-Wahrnehmungs-Systeme des menschlichen Gehirns nicht nur auf körperlichen Schmerz reagieren, sondern auch dann aktiv werden, wenn Menschen spüren, dass ihnen von ihren Mitmenschen die soziale Akzeptanz versagt wird, wenn Menschen also merken, dass sie von anderen ausgegrenzt oder gedemütigt werden. Psychologische Untersuchungen haben diese Beobachtungen nicht nur voll bestätigt, sondern zeigen, dass Aggression und Hass immer dann begünstigt werden, wenn die oben bereits beschriebenen Faktoren fehlen, die angenehme Empfindungen machen und die Motivations-Systeme aktivieren können. 

Aggression und Hass werden also überall dort begünstigt, wo Menschen sich 1. entweder sozial ausgegrenzt oder gedemütigt fühlen; wo Menschen 2. ihren Gedanken und Gefühlen keinen Ausdruck geben können oder nicht gehört werden; und 3. wo Menschen weder Entwicklungsmöglichkeiten und noch lohnende Entwicklungsziele sehen.
Treffen diese Voraussetzungen auf diejenigen, die derzeit den gesellschaftlichen Hass in unseren Ländern befeuern, zu? Wenn man sich den in Deutschland von rechtsradikalen Gruppen produzierten gesellschaftlichen Hass betrachtet, dann spricht einiges dafür. Rechtsradikaler Hass kommt in Deutschland vor allen von Menschengruppen, die am Rande der Gesellschaft stehen oder sich dort zumindest angesiedelt fühlen: Es sind z. B. Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen sind; Menschen, die um bezahlbaren Wohnraum fürchten müssen; Menschen, die selbst keine Bildungschancen wahrnehmen konnten und ihren Kindern in dieser Beziehung nichts bieten können. Hass produzieren Menschen, die für sich und ihre Kinder keine Entwicklungsmöglichkeiten sehen; Menschen, die keine Möglichkeiten haben Selbstwirksamkeit zu erleben, sondern nur ständig ihre Machtlosigkeit spüren. Der Hass dieser Menschen richtet sich oft und in besonderem Maße gegen Flüchtlinge oder Mitbürger mit Migrationshintergrund, und dies merkwürdigerweise auch in Gegenden, in denen gar keine Flüchtlinge oder Migranten anzutreffen sind wie z. B. in weiten Teilen der sogenannten neuen Bundesländer im Osten Deutschlands.
Der Hass ist in vielen Fällen also offenbar gar nicht, oder zumindest nicht alleine durch eine primäre Antipathie gegen Fremde begründet, sondern hat mit der Befürchtung zu tun, die ohnehin schon knappen Ressourcen des Sozialstaates jetzt mit denen teilen zu müssen, die neu zu uns kommen – und mit der Angst, als Folge davon sozial noch weiter abzurutschen.

Der Hass, den wir im politischen Raum, vor allem aus dem rechten Lager heraus erleben, kommt jedoch keineswegs nur von Menschen, die sich objektiv in einer sozial bedrängten Situation befinden. Er kommt auch aus dem bürgerlichen Lager. Auch hier kann die Neurowissenschaft helfen, die Dinge besser zu verstehen. Angst und Aggression bauen sich in einem Menschen nicht nur dann auf, wenn jemand selbst in einer tatsächlichen Situation ist, welche die Voraussetzungen enthält, über die wir gerade gesprochen haben.
Angst und Aggression sind Gefühle, die sich nicht nur durch eine objektive soziale Situation auslösen lassen. Gefühle wie Angst und Aggression können eine sozial ansteckende Wirkung haben, sie lassen sich von einem Menschen direkt auf andere übertragen. Andere Menschen, die sich im Einzugsbereich unserer fünf Sinne aufhalten und die sich in einem emotional aufgeladenen Zustand befinden, sprechen neuronale Resonanzsysteme an, die in uns dann unmittelbar das auslösen können, was der andere gerade fühlt. Die Neurowissenschaften sprechen von „emotional contagion“, also von emotionaler Ansteckung. Gefühle können ansteckend sei wie Viren oder Bakterien. Neuronale Resonanzmechanismen dieser Art sind die neuronale Grundlage für Phänomene wie zum Beispiel eine Massenpanik.

Populistische Akteure, die politische Hetzreden halten, wären völlig wirkungslos, wenn das, was sie sagen, nicht in der Lage wäre, ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in Resonanz zu versetzen und in ihren Zuhörern genau jene Gefühle der Angst und Aggression auszulösen, die sie selbst in sich tragen. Aggression und Hass haben also nicht nur objektive, in sozialen Verhältniss liegende Ursachen, sondern lassen sich auch durch Hetze und Propaganda erzeugen. Die modernen Medien sind dabei überaus potente Werkzeuge und ermöglichen eine schnelle Amplifikation von Emotionen. Auch die digitalen Medien, insbesondere die sozialen Netzwerke des Internets spielen bei der Verbreitung von Hass eine zunehmende wichtige Rolle, wie der letzte amerikanische Wahlkampf um die dortige Präsidentschaft deutlich gezeigt hat.

Besonders bizarr ist, wenn Superreiche wie Donald Trump, die selbst oft nicht einmal Steuern bezahlen, sich zum Sprachrohr der Armen machen und deren Hass auf das Establishment befeuern, dem sie selbst angehören. Wenn Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, sich einen aufgeblasenen Pseudo-Retter, der eigentlich ihr Feind ist, als Führer wählen, dann beruht dies auf einem Mechanismus, den Psychologen als „Identifikation mit dem Aggressor" bezeichnen.
Ich will diesen Mechanismus an einem Beispiel deutlich machen: Wenn ich als machtloser Sohn von meinem despotischen Vater regelmäßig geschlagen werde und keine Möglichkeit habe, irgendwie in Opposition zu ihm zu gehen, dann entscheidet sich die Psyche eines gedemütigten Menschen manchmal einfach dafür, den Despoten als glorreichen Herrscher zu verehren und so zu tun, als sei ich selbst ein Teil von ihm und seine Großartigkeit. Die Neurowissenschaften kennen inzwischen die neuronalen Netzwerke, die derartige schräge Vorgänge tatsächlich möglich machen.

Nachdem wir uns einige Mechanismen vor Augen geführt haben, die es uns erlauben, die Entstehung von gesellschaftlichem Hass  -zumindest ein Stück weit - zu verstehen, sind wir sozusagen reif für den dritten und letzten Teil unserer Überlegungen und können uns der Frage zuwenden, was sich gegen die Seuche des gesellschaftlichen Hasses unternehmen lässt. 

3. Wie lässt sich gesellschaftlicher Hass eindämmen und begrenzen?

Welche Lösungsansätze bieten sich an, gesellschaftlichen Hass einzudämmen und zu begrenzen? Lösungsmöglichkeiten lassen sich zunächst einmal vermutlich am besten entlang derjenigen sozialen Faktoren entwickeln, die wir als Auslöser für Angst, Aggression und Hass beschrieben hatten. Anders ausgedrückt: Aggression und Hass sollten sich vor allem dann vermindern lassen, wenn die ihnen zugrundeliegenden sozialen Ursachen angegangen werden. Dies alleine wird, wie ich noch ausführen werde, vermutlich nicht ausreichen. Trotzdem möchte ich einige Ausführungen machen, wie wir über Maßnahmen, welche auf die sozialen Ursachen von Aggression und Hass zielen, zu einer Verbesserung des gesellschaftlichen Klimas beitragen können.

Wir sollten bei den sozial gefährdeten Gruppen unserer Bevölkerung, die sich als am Rande unserer Gesellschaft stehend empfinden, das Gefühl der Zugehörigkeit stärken. Wenn uns aus der Mitte dieser Gruppen gesellschaftlicher Hass, Fremdenfeindlichkeit oder rechte Gesinnung entgegenschlägt, sollten wir nicht mit Abwehrreflexen reagieren, sondern zuhören und fragen: Was sind die konkreten Bedürfnisse, um die es Euch wirklich geht? Welche sozialen Ressourcen seht Ihr als gefährdet an? Und was müsste konkret geschehen, um Euer Leben konkret besser zu machen und Euch zugehörig und gleichberechtigt fühlen zu lassen. Das sind die Fragen, die Politiker und Bürger, die zum demokratischen Spektrum gehören, mit denjenigen Mitbürgern besprechen sollten, die sich nicht mehr zugehörig fühlen und sich aus diesem Grunde dem rechten Spektrum zugewandt haben und/oder Hass absondern. Wirklich ins Gespräch kommen kann man mit diesen Menschen aber nur, wenn wir soziale Gerechtigkeit, Verbesserungen bei der Wohnsituation und eine massive Verbesserung der Bildungschancen für Kinder aus bildungsfernen Milieus auf der politischen Agenda haben.

Ich halte den soeben von mir beschriebenen Ansatz für wichtig, aber alleine für noch nicht ausreichend. In der Debatte um die Fremdenfeindlichkeit wird von vielen Menschen eine Sorge vor dem Verlust unserer kulturellen Identität geäußert. Wir dürfen dieses Thema nicht den politisch Rechtsstehenden und Rechtsradikalen überlassen. Ich glaube, dass wir nicht umhinkommen, eine Debatte über die Frage zu führen, was die eigentliche, was die wirkliche Identität unserer beiden Länder - also die Identität Österreichs und Deutschlands - ausmacht.
Viele Menschen spüren ein Bedürfnis danach, zu wissen, was die eigene Identität ist. Wenn wir uns dieser Frage nicht stellen, werden wir diejenigen, die auf der Suche nach ihrer Identität sind, an die rechtspopulistischen Verführer verlieren. Die Verführer aus dem rechten Lager versuchen denen, die sich an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt fühlen, einzureden, unsere Identität erfülle sich im Nationalismus. Alle, die in unseren Ländern zu den Verlierern gehören, alle die sich als klein und machtlos fühlen, sollen - so das Rezept der Marktschreier aus der rechten politischen Ecke - sich wieder groß und mächtig fühlen dürfen, indem sie einem überheblichen Nationalismus huldigen, dessen Kern alleine darin besteht, alles Fremde schlecht zu finden und zu hassen. Diesen irrationalen Unsinn als irrationalen Unsinn zu bezeichnen, reicht nicht. Wir müssen uns, wie ich meine, der Frage, was unsere Identität ausmacht, wirklich stellen.

Identität vermissen nicht nur diejenigen, die unserer demokratischen Ordnung mit Hass begegnen, weil sie zu Verlierern geworden sind. Identität vermissen auch viele der Fremden, die als Flüchtlinge oder Einwanderer in diesen Jahren zu uns kommen, meistens aus Ländern, in denen die Religion und streng eingehaltene Sitten noch eine starke, Identität stiftende Funktion haben. Auch manche dieser Menschen haben begonnen, unsere Länder - wegen ihrer Identitätslosigkeit - zu hassen.
Vielen, die zu uns kommen, begegnen in unseren Ländern brutaler Egoismus, Geldgier, ständiger Konsum, eine Auflösung des familiären Zusammenhalts, eine zunehmende Vernachlässigung von Kindern und alten Menschen sowie eine allgemeine Entwicklung hin zu einer immer süchtigeren Gesellschaft. Unsere Länder sind dabei einem immer ungezügelteren Finanzkapitalismus zu huldigen, der soziale Gerechtigkeit durch das Recht des Stärkeren abgelöst hat, zu einer Umverteilung von unten nach oben geführt hat und die Chancen, durch eigenen Fleiß aufzusteigen, vernichtet hat. Soll das etwa unsere Identität sein? Für viele, die zu uns kommen, sieht es jedenfalls so aus.

Was uns hier nicht weiterhilft, sind die - von politisch rechter Seite zu hörenden - Rufe nach den alten, unbrauchbar gewordenen Identitätsstiftern - nach der Kirche, nach der patriarchalischen Familie und der Frau am Herd. Was könnten Identitätsstifter unserer beiden Länder sein? Ich kann als Deutscher nicht für Ihr schönes Land Österreich sprechen, daher gelten meine Ausführungen vor allem für mein Land, obwohl ich glaube, dass meine Vorschläge auch für Ihr Land Gültigkeit haben. Unsere Identität sehe ich in denjenigen Tugenden, die sich auch Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine als unsere Identität vorgestellt haben, nämlich: Freiheit des Geistes, Toleranz, Streben nach Bildung, handwerkliche bzw. technische Tüchtigkeit, Selbstverwirklichung in guter Arbeit, Fürsorge für die eigenen Angehörigen und - etwas ganz Wichtiges zu guter Letzt - Weltbürgertum.
Ich glaube, dass unsere beiden Länder diese Werte teilen und dass wir in diesen Werten unsere wahre Identität wiederentdecken müssen. Diese Werte sind es, die wir den Hasspredigern und dem dumpfen Nationalismus der rechten Rattenfänger als unsere wahre Identität entgegenstellen sollten.

Zum Schluss noch ein spezielles Wort zum Weltbürgertum: Weltbürgertum ist das Gegenteil von Nationalismus. Weltbürgertum heißt, unsere Welt nicht nur mit den eigenen Augen zu sehen, sondern gleichzeitig auch mit den Augen unserer Nachbarn, insbesondere natürlich unserer europäischen Nachbarn, aber auch mit den Augen derer, die in den Elendszonen unserer Erde leben. Weltbürgertum heißt, unsere Welt als eine globale Einheit zu sehen und für unseren Globus als Ganzes Sorge zu tragen.
Historisch gesehen, ist Weltbürgertum dem schönen Land Österreich eigentlich viel mehr zu eigen als uns Deutschen. Denn Habsburg war bekanntlich einmal ein Reich, in dem die Sonne nicht unterging. Auch meine Heimatstadt Freiburg im Breisgau war lange habsburgisch, was uns Freiburgern außerordentlich gutgetan hat. Doch zurück zur Gegenwart, und damit zu meinem letzten Gedanken: Weltbürgertum, die Sorge um die Welt als Ganzes, ist nicht nur etwas, was wir bei den großen Philosophen, Literaten, Dichtern, Komponisten und Wissenschaftlern unserer beiden Länder finden. Weltbürgertum als Sorge um die Welt als Ganzes ist eine Haltung, die den Kern der grünen Bewegung bildet. Die Sorge um die Welt als Ganzes stand beim „Club of Rome“ Pate – nur die Älteren unter uns wissen noch, was der „Club of Rome“ war. Er war der Ausgangspunkt für die grüne Bewegung.

Abschließend und zusammenfassend glaube ich, dass wir durchaus einige sehr gute Werkzeuge im Werkzeugkoffer haben, mit denen wir dem gesellschaftlichen Hass entgegentreten können. Wir müssen diese Werkzeuge nur wiederentdecken und aus unserem politischen Werkzeugkasten herausholen."

Weiterführende Literatur:
Joachim Bauer: Das Gedächtnis des Körpers (Piper TB)
Joachim Bauer: Warum ich fühle was Du fühlst (Heyne TB)
Joachim Bauer: Prinzip Menschlichkeit (Heyne TB)
Joachim Bauer: Arbeit (Heyne TB)
Joachim Bauer: Schmerzgrenze (Heyne TB)

Joachim Bauer: Selbststeuerung (Blessing Verlag) ​


Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Joachim Bauer, Universität Freiburg im Breisgau

gehalten am 13. Juni 2017 im Unipark Nonntal Salzburg
im Rahmen von ​​Future Talks (Grüne Salzburg)​

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