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am 29. Jänner 2013

15 Jahre Gentechnik-Volksbegehren

GRÜNE Salzburg - In Österreich herrscht ein starkes Bewusstsein für biologische Landwirtschaft und gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel.

15 Jahre nach dem erfolgreichen Gentechnik-Volksbegehren ist die Ablehnung von Gentechnik-Lebensmittel in der österreichischen Bevölkerung ungebrochen hoch. Dies zeigt auch eine aktuelle, von uns GRÜNEN in Auftrag gegebene Umfrage: 

68,3 % der Befragten würden demnach keine Lebensmittel kaufen, wenn sie wüssten, dass diese gentechnisch veränderte Pflanzen enthielten. Auch gegenüber tierischen Produkten, bei denen gentechnische Futtermittel eingesetzt wurden, ist die Ablehnung deutlich: 71,1 % der Befragten würden nicht zu solchen Produkten greifen.
Die heimische Milchproduktion verwendet bereits keine Gentech-Futtermittel mehr, die Eierproduktion wurde auf gentechnikfrei umgestellt, der Mastgeflügelbereich wird derzeit umgestellt. Auch erste Projekte beim Schweinefleisch zeigen, dass hier der Markt ebenso in Richtung gentechnikfreier Futtermittel geht.

Ist das AMA-Gütesiegel blind?

“Das vielbeworbene staatliche österreichische Lebensmittel-Gütesiegel der AMA-Marketing ist bis heute betreffend Gentech-Futtermittel blind“, kritisiert der GRÜNE Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber.
Das sehen auch die KonsumentInnen so: 77,4 % der Befragten glauben nicht, dass das AMA-Gütesiegel für eine gentechnikfreie Erzeugung steht. Das AMA-Gütesiegel ist demnach keine Entscheidungshilfe bei der Suche nach gentechnikfreien Lebensmitteln. „Das soll sich ändern“, verlangt die Grüne Bundesprecherin Eva Glawischnig.

Gentechnik darf nicht AMA-tauglich sein

„Die AMA soll ihre hohe Verantwortung gegenüber den österreichischen KonsumentInnen ernst nehmen und dem Wunsch der KonsumentInnen Rechnung tragen: Gentechnik-Futtermittel dürfen nicht länger AMA-tauglich sein“, fordert Pirklhuber. „Ein österreichisches staatliches Gütesiegel, das dem Willen der KonsumentInnen Rechnung trägt, muss auch bei den Futtermitteln der heimischen Linie folgen. Die heißt ganz klar: keine Gentechnik, auch nicht im Futter. Deshalb fordern wir gentechnikfreie Futtermittel als Kriterium für das AMA-Gütesiegel“, sind sich Glawischnig und Pirklhuber einig.

Gentechnik-Volksbegehren 1997: 1,2 Mio. Unterschriften

Mehr als 1,2 Millionen ÖsterreicherInnen unterschrieben im April 1997 Gentechnik-Volksbegehren der GRÜNEN.

Die drei damaligen Forderungen lauteten:

  • Kein Essen aus dem Genlabor in Österreich
  • Keine Freisetzungen genmanipulierter Organismen in Österreich
  • Kein Patent auf Leben

Das Grüne Volksbegeheren ist bis heute das erfolgreichste parteiunabhängige Volksbegehren aller Zeiten.
Wir GRÜNE haben 1997 für eine ausführliche und ernsthafte Behandlung des Volksbegehrens im Parlament gesorgt und unter anderem eine Verschärfung des Gentechnikgesetzes durchgesetzt. Der wohl wichtigste Erfolg des Volksbegehrens: „Bis heute gibt es keinen Anbau von gentechnisch veränderten Sorten in Österreich“, freut sich Glawischnig.

Grünes EU-Volksbegehren 2013

Alle diesbezüglichen Initiativen von Gentechnik-Konzernen konnten erfolgreich abgewehrt werden. Aber dieser Zustand muss endlich rechtlich abgesichert werden.

Deshalb planen wir für 2013 ein EU-weites Volksbegehren, um das Selbstbestimmungsrecht der Regionen zu stärken.
„Wenn 2012 das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Selbstbestimmungsrecht der Regionen, dem das Europäische Parlament bereits mit einigen wesentlichen Verbesserungen zugestimmt hat, weiterhin von einigen wenigen Mitgliedstaaten blockiert wird, werden wir Grünen 2013 ein EU-weites Bürgerbegehren unterstützen“, erklärt Wolfgang Pirklhuber.
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