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am 18. Dezember 2014

Dringender Handlungsbedarf bei psychosozialer Versorgung von Kindern und Jugendlichen!

Kimbie Humer-Vogl - Dringlicher Antrag von Sozialsprecherin LAbg. Humer-Vogl zur Erstellung eines Gesamtkonzepts einstimmig angenommen!

„Bei 75 Prozent aller psychisch kranken Erwachsenen hat die Krankheit bereits in der Kindheit begonnen. Wenn wir verhindern wollen, dass psychische Krankheiten chronisch werden und unsagbares Leid für die Betroffenen abwenden wollen, müssen wir in diesem Stadium ansetzen. In Salzburg haben wir aber gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie dringenden Handlungsbedarf!“, so begründet die GRÜNE Sozialsprecherin LAbg. Kimbie Humer-Vogl ihren im Landtag am Mittwoch einstimmig beschlossenen Dringlichen Antrag.

Mit dem Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, in den kommenden sechs Monaten gemeinsam mit dem unabhängigen „Beirat für psychosoziale Gesundheit“ Schwerpunkte mit dringendem Handlungsbedarf in der psychiatrischen Versorgung von Kindern- und Jugendlichen zu identifizieren. Basierend darauf sollen sie ein Gesamtkonzept und einen Stufenplan zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Salzburg erarbeiten.

Salzburg von optimaler Versorgung weit entfernt!

„In Salzburg sind wir von einer optimalen Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher weit entfernt“, zeigt sich Humer-Vogl besorgt. In der jüngsten Vergangenheit hätte es zwar einige erfreuliche Verbesserungen gegeben, allerdings ist die Akutversorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher nach wie vor nur in der Christian Doppler Klinik möglich.

Die Situation dort sei besorgniserregend, so Humer-Vogl und nennt Beispiele: „Im Oktober 2014 kam es zu 40 Aufnahmen bei 20 Betten. Das bedeutet, dass die jungen Patientinnen und Patienten nach ein paar Tagen wieder entlassen werden müssen, um Kapazitäten für die nächsten Notfälle zu haben. Und das trotz fehlender außerklinischer Nachsorgeangebote! Zudem sind die baulichen Strukturen der Kinder- und Jugendklinik teils ungeeignet und nicht länger tolerierbar!“ Grundsätzlich gäbe es in Salzburg zu wenige psychiatrische Betten, so Humer-Vogl weiter. Mindestens zehn weitere Betten würden noch benötigt, um die Mindestbettenzahl, die der Österreichischen Strukturplanes für Gesundheit vorsieht, zu erreichen.

Dass nicht mehr länger zugewartet werden kann, bestätigten auch die am Mittwoch im Landtag anwesenden Experten. Denn, so waren sich alle einig: Jeder Tag, an dem wir Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen nicht optimal versorgen, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer bleibenden Erkrankung!

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