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am 25. November 2013

Es geht um Umwelt- und Gesundheitsschutz

Astrid Rössler - Tempolimits sind ein unbequemes Thema, aber sie zeigen auch, was jeder Einzelne zum Umwelt- und Gesundheitsschutz beitragen kann.

Es geht um die Gesundheit

Schadstoffe in der Luft belasten unsere Gesundheit. Ganz besonders gefährdet sind die Atemwege unserer Kinder: Häufige Atemwegserkrankungen, Husten und Asthma sind die Folgen. Deshalb gibt es zum Schutz der Bevölkerung gesetzliche Grenzwerte für Luftschadstoffe. In Salzburg konnten zwar deutliche Verbesserungen bei Feinstaub und Ruß erreicht werden, aber bei den Stickoxiden werden die Grenzwerte seit Jahren überschritten, zum Teil ganz erheblich. Als verantwortliche Umweltreferentin muss ich handeln und zum Schutz der Gesundheit die Stickoxide senken.

Welche Maßnahmen kommen in Frage?

Die höchsten Werte für Stickoxid werden in der Nähe von Hauptverkehrsstrecken gemessen, der Straßenverkehr trägt dort mit 80 bis 90% zur Belastung bei. Entlang der Stadtautobahn im Bereich Liefering sind die Grenzwerte seit Jahren erheblich überschritten. Auf diesem Abschnitt fahren täglich mehr als 90.000 Fahrzeuge, das ist eines der am stärksten frequentierten Teilstücke Österreichs. Während aber moderne Motorentechnik bei LKWs zu einer starken Verbesserung geführt hat, machen uns jetzt die vielen neueren Diesel-PKWs am meisten zu schaffen, weil hier die Stickoxide mit zunehmender Geschwindigkeit besonders stark ansteigen. Genau in diesem Fall kann Tempo 80 bei den stärksten Verursachern, das sind PKWs und Leichte Nutzfahrzeuge, einen beachtlichen Rückgang der Stickoxide 

Beschluss des Landtages 2012

Der Salzburger Landtag hat mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und GRÜNEN schon vor einem Jahr den Auftrag erteilt, die Auswirkungen von Tempo 80 von der Umweltabteilung prüfen zu lassen. Dieser Bericht bestätigt, dass mit Tempo 80 auf dem 10 Kilometer langen Abschnitt von Salzburg Nord bis zum Autobahnknoten Walserberg 13 Prozent der Stickoxide vermieden werden können.

Luft, Lärm und Verkehrsfluss

Tempo 80 senkt den Ausstoß von Stickoxiden, als Nebeneffekt wird es auch zu einer leichten Verringerung der Lärmbelastung kommen, das wäre besonders für die Nachtstunden eine spürbare Verbesserung in den angrenzenden Wohngebieten. Zusätzlich bestätigt die Verkehrspolizei, dass ein einheitliches Tempo 80 zu einem gleichmäßigeren Verkehrsfluss mit geringerer Stauanfälligkeit führt. Insgesamt sinken auch das Unfallrisiko und die Schwere von Unfällen.

Weitere Maßnahmen sind notwendig

Tempo 80 auf der Stadtautobahn ist dringend und kann zu einer deutlichen Entlastung im Raum Lieferung führen, aber wir haben im Salzburger Zentralraum noch weitere Problembereiche, für die wir ebenfalls Verbesserungen brauchen. Dazu zählen auch Wohngebiete entlang von Hauptstraßen im Stadtgebiet von Salzburg. Dort können Tempolimits keine Abhilfe schaffen, hier müssen auch andere Maßnahmen unterstützen, um die täglichen Verkehrsmengen und Staus zu reduzieren.

Breites Förderprogramm des Landes

Die Umweltabteilung des Landes finanziert ein umfassendes Förderprogramm: z. B. wird das Jahresticket für den öffentlichen Verkehr mit 20% unterstützt, Fernwärmeanschlüsse und Energieeffizienz in Betrieben werden gefördert, schadstoffarme LKWs und alternative Antriebe bei PKWs und Linienbussen werden gefördert. Intelligente Ampelsteuerungen mit gleichzeitigem Vorrang für den öffentlichen Verkehr bringen Verbesserungen im Verkehrsfluss und machen den Umstieg auf öffentliche Busse attraktiver. – ALLE Strafgelder aus dem Tempolimit zur Luftreinhaltung sind in Salzburg streng zweckgebunden und werden ausschließlich für weitere Maßnahmen zur Senkung der Luftschadstoffe verwendet.

Was kann man als Einzelner schon tun?

Oft höre ich bei Umweltthemen den Einwand, dass man ja als Einzelner nicht viel zur Verbesserung beitragen könne. Ganz im Gegenteil! Nur viele kleine Einzelschritte werden zum Erfolg führen. Allein bei den privaten Autofahrten kann jeder entscheiden, ob mehrere Wege zu einer Fahrt verbunden werden oder viele Kurzstrecken immer einzeln gefahren werden. Oder doch öfter den Obus in der Stadt benützen? Und Tempo 80 für drei Monate ohne Murren ausprobieren und dabei wissen, dass man damit zu einer gesünderen Luft in Liefering beiträgt. Dafür bitte ich alle Salzburgerinnen und Salzburger sehr herzlich um ihre Unterstützung!

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