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am 30. Jänner 2013

Vertrauen is(s)t besser

Astrid Rössler - Unsere Ernährung ist zu fett, zu süß, zu salzig – und vor allem zu viel. Statt Klasse wird immer noch Masse produziert und verzehrt. Wir GRÜNEN wollen eine unabhängige Risikobewertung, staatliche Kontrolle und klare Kennzeichnung aller Lebensmittel.

„Fitness knusperleicht“, „leichte Zwischenmahlzeit“ oder „wertvolle Cerealien“ – die Werbung lockt mit wohlklingenden Produktversprechen, die KonsumentInnen leicht in die Irre führen. Warum heißt ein Produkt „Fitness knusperleicht“ , das eine echte Kalorienbombe ist?  Oder „leichte Zwischenmahlzeit“, wenn es mehr Zucker, Fett und Kalorien enthält als eine Schoko-Sahnetorte? Wir wollen endlich Licht im Kennzeichungs-Dschungel. Lebensmittel müssen klar gekennzeichnet sein, sodass du beim Kauf der Produkte eindeutig unterscheiden kannst zwischen Bio-Lebensmitteln und konventionellen Produkten. Wir wollen, dass du auf die Qualität und gesundheitliche Unbedenklichkeit von Lebensmitteln voll vertrauen kannst.​

ACRYLAMID-POMMES UND PESTIZID-PAPRIKA

Gammelfleisch, Acrylamid in Pommes, Dioxin in Tierfutter, Pestizid-Cocktails auf Obst oder Gemüse – immer wieder haben Lebensmittelskandale den KonsumentInnen den Appetit verdorben. Diese Skandale sind das Ergebnis einer anonymisierten industriellen Massenproduktion. Lebensmittelskandale kommen zwar durch kriminelle Handlungen Einzelner zustande; im Hintergrund steht allerdings ein System: die wachsende Industrialisierung und Globalisierung der Lebensmittelbranche, der enorme Konkurrenz- und Preisdruck – und die Untätigkeit der Politik.

TRANSPARENZ + KONTROLLE = VERTRAUEN

Das derzeitige Kontrollsystem ist dieser Entwicklung nicht gewachsen. Das Strafausmaß ist zu gering, um abschreckende Wirkung zu haben und die zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen zur Lebensmittelüberwachung zu knapp. Trifft man bei den staatlichen Kontrollen dann doch auf schwarze Schafe, werden diese nicht namentlich genannt. Wir wollen mehr Transparenz und fordern die Veröffentlichung der Ergebnisse staatlicher Lebensmittel-Kontrollen! Denn DU als KonsumentIn bezahlst mit DEINEN Steuergeldern die Lebensmittelkontrollen! Daher hast du auch das Recht, alle Kontrollergebnisse zu kennen.​

REGIONAL STATT GLOBAL

Weniger Massenprodukte, mehr regionale Produkte ist ein wichtiger Schritt für eine verantwortungsbewusstere Ernährung. Und wir PolitikerInnen sind aufgerufen, die Rahmenbedingungen für bessere Vermarktung regionaler Produkte vom Bio-Bauern zu schaffen. Außerdem muss der gesamte Produktionsprozess von Lebensmitteln – von der Pflanzen- und Futtermittelherstellung bis zur Endverarbeitung –  transparent, rückverfolgbar und nach strengen Kriterien überprüfbar sein.​

10 PUNKTE FÜR GESÜNDERE LEBENSMITTEL

  1. Die Ampel für Lebensmittel. Angabe der kritischen Nährstoffe Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz in den Signalfarben rot, gelb und grün auf der Verpackungsvorderseite.
  2. Einheitliche, klare Kennzeichnung aller Lebensmittel unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und Tierhaltungs-Aspekte.
  3. Strengere Kontrolle des gesamten Produktionsprozesses von Lebensmitteln
  4. Strengere Kontrollen aller Lebensmittel durch unabhängige Kontrollstellen.
  5. Information der Öffentlichkeit bei groben Beanstandungen unter Nennung von Produkt, HändlerIn und HerstellerIn.
  6. Verbessertes Schnellwarnsystem für gesundheitsgefährdende Lebens- und Futtermittel.
  7. Gesetzliche Regelungen für die Werbung mit Kinderlebensmitteln
  8. Einführung von Summengrenzwerten bei der Verwendung von mehreren Pestiziden.
  9. Einführung von Grenzwerten/Verbot von problematischen Lebensmittelbestandteilen (z. B. Transfett-Säuren, Stabilisatoren, Farbstoffe und Konservierungsmittel).
  10. Härtere Strafen für kriminelle LebensmittelproduzentInnen durch Abstimmung des agrarischen Betriebsmittelrechts mit dem Lebensmittelrecht (Angleichung der angedrohten Strafen, Vollziehungspraxis, Terminologie). ​
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