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am 19. Dezember 2012

Freiwilligkeit braucht Rahmenbedingungen

Birgit Schatz - 14,7 Millionen Arbeitsstunden – soviel leisten Österreichs freiwillige HelferInnen in der Woche. Das freiwillige Engagement ist wichtig und braucht gesetzliche Rahmenbedingungen.

​Österreich liegt damit im EU-Spitzenfeld was die Beteiligung an freiwilligem Engagement betrifft. Während im EU-Durchschnitt rund 23 Prozent der Europäer ab 15 Jahren ehrenamtlich tätig sind, sind es in Österreich 43,8 Prozent. 
Erhoben wurden diese Zahlen schon im Jahr 2006, doch bis dato hat die Freiwilligenpolitik nur geringen Stellenwert auf Bundesebene erfahren. 

Im europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit werden von den Initiativen und Organisationen großartige Aktivitäten gesetzt, gleichzeitig fehlt es von Seiten der Bundesregierung an der Umsetzung eines österreichischen Freiwilligengesetzes und an der Aufwertung des Freiwilligenpasses für Ausbildung und Arbeitswelt. Zwei essenzielle Bereiche in der Freiwilligenpolitik, um das Engagement – gerade von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – abzusichern und aufzuwerten. 

Rechtliche Rahmenbedingungen fehlen

Die Freiwilligendienste, wie das freiwillige soziale oder ökologische Jahr, haben bis dato keine rechtlichen Rahmenbedingungen erhalten. Die Familienbeihilfe wird in diesem Jahr nicht weiter ausbezahlt, sondern Taschengelder zur Verfügung gestellt. Der Freiwilligenpass soll das freiwillige Engagement dokumentieren und wird zurzeit als „Stempelsammelpass“ ohne positive Auswirkungen in die Schubladen gesteckt. Hier braucht es endlich die Weiterentwicklung unter Einbeziehung von Freiwilligenorganisationen in Richtung Anerkennung der erworbenen Kompetenzen für Ausbildung und Studium. 

Auch sollen junge Freiwillige ein zusätzliches Toleranzsemester im Studium erhalten, die Bezugsdauer der Familienbeihilfe soll sich verlängern. Freiwilligentätigkeit muss sich auszahlen – nicht nur für die Allgemeinheit sondern auch für die vielen engagierten Freiwilligen unter rechtlichen Rahmenbedingungen. 
Wir fordern: 

  • Verlässliche Absicherung aller freiwillig Tätigen im Falle eines Unfalles, d.h. gesetzliche Vorsorge in Bereich der Unfallversicherung ausweiten. 
  • Entgeltfortzahlung bzw. Ersatz von Verdienstentgang oder Einkommensverlust durch freiwilliges Engagement (insbesondere im Katastrophenhilfsdienst): Bundesgesetzliche Regelung anknüpfend an vorhandene landesgesetzliche Regelungen 
  •  Kündigungsschutz insbesondere fur freiwillig Tätige in im Katastrophenhilfsdienst 
  • Vereinfachte Freistellungsmöglichkeiten fur freiwillig Tätige 

Weiterentwicklung und Aktualisierung des Freiwilligenpasses unter Einbeziehung von Freiwilligenorganisationen, der Interessensgemeinschaft Freiwilligenzentren ​

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