gruene.at
Navigation:
am 29. Jänner 2013

Klare Regeln für Praktika

Birgit Schatz - Der Arbeitsmarkt für Praktika boomt, rechtliche Absicherungen gibt es kaum. Immer mehr Praktika sind in Wahrheit unter- oder unbezahlte Arbeitsverhältnisse. Das muss sich ändern.

Als „Praktikum“ deklarierte Tätigkeiten wurden in den letzten Jahren am Arbeitsmarkt massiv ausgeweitet - sowohl in der Privatwirtschaft, als auch im öffentlichen Sektor. Das gilt ebenso für NGOs (Nichtregierungsorganisationen) und NPOs (Non-Profit-Organisationen). Das Praktikum wird zweckentfremdet: Einerseits ist die rechtliche Klarstellung des Begriffs Praktikum unzureichend, andererseits ist die Arbeitsmarktlage für junge Menschen zunehmend angespannt. Diese Umstände führen heute viele Jobsuchende auf direktem Weg in unbezahlte oder unterbezahlte Arbeitsverhältnisse.​

FAIRE BEDINGUNGEN, KLARE DEFINITIONEN

Unser politisches Vorhaben ist es, die missbräuchliche Nutzung von Praktika zu verhindern. Anstatt „Scheinpraktika“ und „Arbeitslosenpraktika“ weiter vorherrschen zu lassen, wollen wir Praktika mit guter Qualität und fairen Bedingungen fördern. Dafür braucht es einen verlässlichen Gesetzesrahmen, der Praktika klarer definiert und von anderen Beschäftigungsformen deutlich abgrenzt. In diesen rechtlichen Vorgaben müssen notwendige Standards festgelegt werden. Arbeitszeit, Mindestentgelt, Arbeitsvertrag und Bildungsziele müssen dadurch geregelt sein. Zudem muss es klare Qualitätsstandards für Ausbildungspraktika geben, die in den Studienplänen definiert sein müssen. Unterstützend braucht es eine angemessene Beratung und Betreuung der Studierenden seitens der Ausbildungsstätten (z.B. Universität). ​

FÜR LEISTBARE VERSICHERUNGEN UND FAIRE EINKOMMEN

Auch nach dem Praktikum bleiben immer mehr junge Menschen im arbeitsrechtlichen Graubereich der „atypischen Beschäftigung“ hängen und das bedeutet vor allem mangelnde sozialrechtliche Absicherung und weniger Einkommen. Befristete Projektarbeit, Werkverträge, Freie Dienstverträge, Neue Selbstständigkeit wird für immer mehr ArbeitnehmerInnen typisch. Bereits eine Million Menschen arbeiten heute in Österreich entweder in Teilzeit, befristet oder als freie DienstnehmerInnen. Wir setzten uns für eine gerechte und zukunftsfähige neue Arbeitswelt ein und fordern vollen und leistbaren Versicherungsschutz und faire Einkommen für alle neuen Arbeitsformen.​
Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.