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am 24. November

Weinbergschule in Seekirchen: Grüne fordern Entzug des Öffentlichkeitsrechts

Simon Heilig-Hofbauer - Nach erschütternder TV-Doku müssen Konsequenzen gezogen werden

Nach einem erschütternden TV-Bericht in der ORF-Sendung „Am Schauplatz“ am gestrigen Donnerstag über den sogenannten Zachhiesenhof und die Weinbergschule im Flachgau fordern die GRÜNEN im Salzburger Landtag einen Entzug des Öffentlichkeitsrechts für die Weinbergschule. „Alles, was uns über die Schule bekannt ist und der TV-Bericht gestern zutage brachte, macht einen Entzug des Öffentlichkeitsrecht durch das zuständige Bildungsministerium unumgänglich“, so der Grüne Bildungssprecher Labg. Simon Heilig-Hofbauer.

Zum Hintergrund: Die Sekte der sogenannten „Werktätigen Christen für ein neues Jerusalem“ betreibt in Seekirchen am Wallersee eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Wie in der Sendung aufgezeigt wurde, basiert die dortige Gemeinschaft auf kruden bis gefährlichen Prinzipien.

Die Sektenleiterin behauptet etwa im direkten Kontakt mit Jesus Christus zu stehen und von diesem täglich „Durchgaben“ zu bekommen, die sie verschriftlicht. Diesen „göttlichen“ Vorschriften ist am Hof und der Schule unbedingt Folge zu leisten. Aussteiger berichteten, dass bei Ungehorsam oder der Äußerung von Zweifeln von der Sektenführung „Besetzungen“ durch „Dämonen“ diagnostiziert und mit sozialer Isolation geahndet werden. Von dieser Praxis seien auch Kinder die an der Weinbergschule unterrichtet werden betroffen. Auch von gewalttätigen Übergriffen wurde berichtet. Dazu kommt die mit antisemitischen Verschwörungstheorien verwobene Schetinin-„Pädagogik“, die in der Schule Anwendung findet.

Auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJa) kritisiert die Zachhiesengemeinschaft scharf. Seit Jahren langen dort Beschwerden von AussteigerInnen und Angehörigen ein. Aktuell läuft ein gerichtliches Pflegschaftsverfahren, das auf Grund der KiJa-Kritik von der Jugendwohlfahrt eingeleitet wurde. Im Zuge des Verfahrens wurde ein umfangreiches Gutachten erstellt, das sich auch dem Schulbetrieb widmet. Dieser Teil wurde vom Gericht an die Schulaufsicht übermittelt, die daraufhin mehrfach Inspektionen vor Ort durchgeführt hat. Aktuell liegt ein Bericht der Schulaufsicht beim Ministerium, das nun über die weiteren Schritte entscheiden muss.

Der Grüne Bildungssprecher Landtagsabgeordneter Simon Heilig-Hofbauer fordert nun rasche Konsequenzen: „Die erschreckenden Fakten liegen am Tisch. Nun ist das Bildungsministerium gefordert. Der Entzug des Öffentlichkeitsrechts scheint unter den gegebenen Umständen unumgänglich“. Besonderes Augenmerk gilt dem Wohl der Kinder. „Verschwörungs-Esoterik, Übergriffe, Isolation und psychischer Druck auf Kinder müssen Konsequenzen haben. Eine solche Einrichtung mit dem staatlichen Öffentlichkeitsrecht auszustatten, muss dringend überdacht werden“, so Heilig-Hofbauer weiter.


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