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am 29. Jänner 2013

Bio? Logisch!

GRÜNE Salzburg - Bio boomt. Allein im Jahr 2011 wurden in Österreich Bio-Produkte im Wert von 304 Millionen Euro umgesetzt. Doch was genau bedeutet „Bio”?

Das Wort „Bio“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Leben“. Und genau darum geht es in der biologischen Herstellungsweise: gesunde und nährstoffreiche, aber schadstoff- und gentechnikfreie Lebensmittel unter größtmöglichem Schutz von Natur und Umwelt, Mensch und Tier zu erzeugen. „Nachhaltigkeit statt Kurzlebigkeit“ ist das Gebot der Bio-ErzeugerInnen. Bio-Lebensmittel sind von nachweislich höherer Qualität als industriell erzeugte Lebensmittel – aus gutem Grund:​

Bio-Produkte...

  • verzichten konsequent auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (z.B. Pestizide), Wachstumsregulatoren und Antibiotika
  • werden ausschließlich organisch gedüngt – (krebserregendes) Nitrat und andere chemischen Stickstoffdünger sind verboten
  • sind garantiert Gentechnik-frei
  • dürfen keiner konservierenden Strahlung ausgesetzt werden
  • enthalten keine Geschmacksverstärker, Emulgatoren, künstliche Aromen oder Farbstoffe
  • Tiere werden artgerecht gehalten – mit genügend Auslauf und natürlichem Futter; Tiermehl, Antibiotika und Gen-Futter darf den Tieren nicht vorbeugend verabreicht werden ​

BIO HEISST: 100 PROZENT KONTROLLIERT

Bio-Produkte müssen als solche gekennzeichnet werden und unterliegen klaren gesetzlichen Regelungen und unabhängigen Kontrollen. Erst wenn alle erforderlichen Kriterien erfüllt sind, dürfen ErzeugerInnen ihre Produkte auch als „Bio“ kennzeichnen und bewerben. Der Begriff „Bio“ ist dabei durch die EU-Verordnungen 834/2007 und 889/2008 gesetzlich geschützt. Diese für alle Mitgliedsländer verbindliche Verordnung regelt Pflanzenbau, Tierhaltung, Verarbeitung, Handel und die Kennzeichnung für Bio-Lebensmittel. Erzeuger und Verarbeiter von Bio-Lebensmitteln müssen diese gesetzliche Verordnung einhalten und oft auch noch weit strengere Verbandsrichtlinien erfüllen.

Nur Bio-Produkte dürfen folgende Bezeichnungen tragen: 

"aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Anbau (Landbau)""aus (kontrolliert) biologischer (ökologischer) Landwirtschaft"Achtung: Bezeichnungen wie „aus naturnahem Anbau“, „aus kontrolliertem Anbau“ oder „aus umweltgerechter Landwirtschaft“ sind Etikettenschwindel und haben mit Bio nichts zu tun.

BIO, ÖKO ODER BEIDES?

Viele KonsumentInnen stehen vor demselben Problem: Die Produkte im Geschäft werben mit so klangvollen Begriffen wie kontrolliert biologischer Anbau und organisch-biologisch, präsentieren sich ökologisch oder gar biologisch-dynamisch. Auf anderen Produkten wiederum steht einfach nur bio oder öko.

Worin besteht also der Unterschied?

Bis 1993 waren Begriffe wie Bio oder Öko nicht geschützt. Sie bedeuteten schlicht: Das Produkt wurde natürlich hergestellt. Aber was heißt schon „natürlich“ – ein dehnbarer Begriff, der viele Interpretationen zulässt. In einer EU-Verordnung wurde deshalb festgelegt, wie ökologischer Anbau grundsätzlich auszusehen hat. Es wurde auch ein Rahmen dafür geschaffen, wie Bioprodukte verarbeitet, verpackt und gekennzeichnet werden müssen. Ab 1. Jänner 2009 gilt für die Produktion und Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln die neue Bio-Verordnung (EG) 834/2007. Der einst verpflichtende Hinweis „aus biologischer Landwirtschaft“ ist nicht mehr notwendig. Es reicht die Bezeichnung z.B. Bio-Weizen. Weiters muss, wie bisher, die Kontrollnummer und/oder der Name der Bio-Kontrollstelle angeführt sein.

Aber ist das nun das Gleiche?

Biologisch oder ökologisch – die Begriffe sagen an und für sich das Gleiche aus. Bei den KonsumentInnen ist der Begriff biologisch gebräuchlicher, während Fachleute zunehmend den Begriff ökologisch verwenden. Er beschreibt besser das System des ökologischen Landbaus und ist auch weniger verwechselbar als die Vorsilbe bio. Doch Vorsicht: Es gibt Aussagen, die keinen ausreichenden Hinweis auf die ökologische Erzeugung eines Produktes geben wie z.B. aus Freilaufhaltung, nur organische Dünger oder keine Spritzmittel. Daher sollten Sie immer genau auf das Bio-Siegel bzw. die Kennzeichnung des Produktes achten.​
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