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am 22. November

Biotope: Es blüht und schreit der Widerstand!

GRÜNE Salzburg - Warum werden manche Landschaftsflächen nicht mehr gedüngt? Warum werden manche Wiesen nur noch zu bestimmten Zeiten gemäht? Das Schlüsselwort heißt „Biotopschutz“. Und bei diesem geht es - entgegen der landläufigen Meinung - um weit mehr als bloß den Schutz einer Pfütze mit Kaulquappen darin.

Ein Biotop ist ein Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Wer dabei nur an Teiche und Tümpel denkt, irrt. Biotope können auch Wiesen, Wälder oder der alte Baum nebenan sein. So beherbergt beispielsweise ein alter Apfelbaum an die 20.000 Lebewesen, die zu rund 1.000 verschiedenen Arten zählen.

Wiese im Sonnenaufgang

Die vielen Insekten, die in Biotopen leben, sind wiederum Nahrung für Singvögel und Nagetiere. Ein Grund, warum es zunehmend weniger Singvögel gibt, ist die massiv gesunkene Zahl an Insekten. Darüber hinaus bieten Biotope den Vögeln nicht nur Raum zum Jagen nach Nahrung, sondern auch Raum, um ungestört zu brüten.

In Salzburg sind bereits zahlreiche Tier- und Pflanzenarten für immer von der Bildfläche verschwunden. Sechs Prozent der Schmetterlinge sind bereits ausgestorben, rund einem Drittel der verbliebenen Arten droht dasselbe Schicksal. Bei den heimischen Pflanzenarten sind vier Prozent für immer verschwunden, 43 Prozent sind bedroht. Auch sämtliche Amphibienarten, wie Frösche oder Eidechsen müssen als höchst gefährdet eingestuft werden. So ist die Zahl der Grasfrösche im Land Salzburg in der jüngsten Vergangenheit um mehr als 80 Prozent gesunken.

Das ist ein Europäischer Grasfrosch.In den letzten Jahren wurden in verschiedenen Teilen Europas (Großbritannien, Spanien, Schweiz, Österreich, Deutschland) lokale und regionale Bestandsrückgänge festgestellt.

Wenn wir wollen, dass das Leben in seiner ganzen Vielfalt wieder blüht und "schreit", müssen wir die Lebensräume unserer Pflanzen- und Tierarten schützen. Deshalb ist es wichtig, Biotope – also wertvolle Lebensräume – von der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung auszunehmen oder diese zumindest einzuschränken. Vor allem während der Brutzeit bestimmter Vogelarten ist es von großer Bedeutung, dass nicht mehr gedüngt und gemäht wird. Landwirtinnen und Landwirte, die den eigenen Grund und Boden naturschutzkonform bearbeiten, sodass deren ökologische Funktionsfähigkeit erhalte​n bleibt (z.B. durch 1-2-malige Mahd, etc.), werden übrigens durch Förderungen entschädigt. Diese Förderungen sind neben dem Biotopschutz, der im Salzburger Natuschutzgesetz verankert ist, eine der wichtigsten Maßnahmen, um dem Artensterben entgegenzuwirken.

Text: Nadya Duller

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