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am 29. Jänner 2013

Klimaschutz am Teller: weniger Fleisch, mehr Bio

Astrid Rössler - Wenn vom Klimaproblem und seinen Verursachern die Rede ist, werden Verkehr, Industrie und Heizung als häufigste Sündenböcke genannt. Kaum jemand denkt beim Thema Erderwärmung ans Essen.

Rund 20 Prozent aller CO2-Emissionen entstehen durch Ernährung und Lebensmittelproduktion, wobei der hohe Fleischkonsum hier das Hauptproblem darstellt. Die gute Nachricht: Diese Facette des Klimaproblems lässt sich relativ einfach halbieren: „Wer seinen Fleischkonsum reduziert und verstärkt zu regionalen und saisonalen Produkten aus biologischer Landwirtschaft greift, trägt aktiv zum Klimaschutz bei“, erklärt LAbg. Astrid Rössler, die Umweltsprecherin der Salzburger GRÜNEN.​

Unmengen Lebensmittel landen am Müll

Ernährungsbedingter Klimaschutz fängt bereits beim Einkauf an. Denn wir kaufen häufig nicht nur das Falsche, sondern auch noch zu viel davon. Ergebnis: Täglich landen Unmengen an Lebensmittel - zum Teil noch originalverpackt - im Müll, in Salzburg summiert sich das weggeworfene Essen auf immerhin 9.300 Tonnen jährlich. Allein beim Brot landet ein Viertel im Abfalleimer!

Klimakiller Nummer 1: Fleischkonsum

Größter CO2-Produzent innerhalb des Sektors Landwirtschaft ist mit 85 Prozent die Tierhaltung. Für die Herstellung einer Kalorie Fleisch benötigt man sieben Kalorien Pflanze, die Produktion von Fleisch ist also in hohem Maße ineffizient. Die Klimarelevanz begründet sich aber nicht nur im Flächenverbrauch, dem Futtermittelanbau und der Düngeproblematik, sondern auch in den Treibhausgasen, welche Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen selbst produzieren. In den Mägen von Rindern entstehen bei der Verdauung von Gras große Mengen Methan, welches eine 23fach stärkere Wirkung auf den Treibhauseffekt hat als CO2. Bei der Lagerung von Schweine-, Geflügel- oder Rinderdung in Form von Stallmist oder Jauche wird außerdem nebst Methan auch Lachgas freigesetzt, welches sogar 296mal klimarelevanter als CO2 ist.​

1 kg Rindfleisch = 250 Autokilometer

So kommt es, dass die durchschnittliche Produktion von einem Kilogramm industriell produziertem Rindfleisch genauso klimaschädlich ist wie eine Autofahrt von 250 Kilometern. Der durchschnittliche österreichische Rindfleisch-Verbrauch von 30 kg pro Person und Jahr entspricht damit einer Autoreise von 7.500 Kilometern.Auf Fleisch völlig zu verzichten, ist nicht nötig, allerdings sollten wir die Menge und die Qualität des Fleischkonsums radikal in Frage stellen. Es wäre schon viel fürs Klima getan, würden wir den Verbrauch nur reduzieren. Und sowohl bei Obst und Gemüse wie auch beim Fleisch verstärkt zum Bioprodukt greifen.
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