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am 20. Mai 2016

LIFE-Projekt Salzachauen: Feierliche Übergabe von 127 Hektar Augebiet an das Land Salzburg

Astrid Rössler - Am 19.5. wurde der Vertrag über den Ankauf von 127 Hektar in der Weitwörther Au durch das Land Salzburg unterfertigt. Damit kann nun die großflächige Renaturierung der Au in Angriff genommen werden. Auch der sanften Erlebbarmachung der Au für naturliebende Erholungssuchende steht nun nichts mehr im Wege.

Hier entsteht ein Naturparadies für alle

127 Hektar Land wurden an das Land Salzburg übergeben. Die Weitwörther Au wird nun zu einer erlebbaren Aulandschaft und zu einem Naturparadies für alle.

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Das größte Renaturierungsprojekt in Salzburg

Das LIFE-Projekt Salzachauen läuft seit Oktober 2015. Es wird von der EU aus dem LIFE-Programm gefördert.

„Ziel des Projektes ist es, im Natura 2000-Gebiet Salzachauen ein Vorzeigeprojekt für eine großflächige renaturierte und erlebbare Aulandschaft zu realisieren. Durch das Absenken einzelner Aubereiche wird eine natürliche Überschwemmungsdynamik ermöglicht. Das dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern erlaubt es vielen Pflanzen und Tieren, von der Silberweide über den Eisvogel bis zum Kammmolch, hier ideale Lebensvoraussetzungen zu finden. In den kommenden Jahren wird durch konkrete Naturschutzmaßnahmen wie etwa das Entfernen von Fichtenmonokulturen und das Fördern typischer artenreicher Auwälder das größte Renaturierungsprojekt Salzburgs verwirklicht werden. Außerdem wird durch das Anlegen eines neuen Auweges und von einzelnen Beobachtungspunkten ein sanftes Erlebbarmachen der Au für Erholungssuchende und Naturinteressierte ermöglicht“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler bei der der Übergabe der Auflächen an das Land.

Schwerpunktgebiet ist die Weitwörther Au südlich von Oberndorf, die größtenteils zur Gemeinde Nußdorf am Haunsberg gehört. Das Projekt ist ein Auwald-Projekt. Die Salzach selbst wird vom Projekt nicht berührt.

Der Grundankauf ist ein Meilenstein

Die vom Land erworbenen Flächen umfassen rund 117 Hektar Auwald und den rund 10 Hektar großen Ausee. Verkäufer ist Franz-Josef Auersperg-Trautson. Der Grundankauf ist notwendig, weil die angekauften Flächen aufwändig renaturiert werden sollen und dafür die volle Verfügbarkeit der Grundstücke erforderlich ist und weil die die bisherige Nutzung künftig nicht mehr möglich sein wird.

Mit dem Grunderwerb ist auch der Erwerb des Jagdrechts sowie im Falle des Ausees des Fischereirechts verbunden. Dies erlaubt es, Jagd und Fischerei auf die Bedürfnisse der geschützten Tiere und Lebensräume im Natura 2000-Gebiet auszurichten.

Folgende Maßnahmen können nun angegangen werden

Natürlicher Auwald

  • Künstliche Fichtenmonokulturen und Hybridpappelbestände werden wieder zu artenreichen Auwäldern. Hierzu werden die Fichten und Hybridpappeln geerntet und dann entweder die natürliche Verjüngung abgewartet oder wenn nötig typische Auwaldbäume gepflanzt.

  • Bestehende, natürliche Auwaldbestände werden nicht mehr genutzt und können sich zu neuen Urwäldern entwickeln. Der Wald kann dann alle natürlichen Entwicklungsphasen durchlaufen, auch die ökologisch besonders bedeutsame Alters- und Zerfallsphase. Die Bäume erreichen ihr maximales Alter, werden morsch und sterben ab, junge Bäume nehmen ihren Platz ein. Dies alles geschieht ohne Eingreifen des Menschen. Vom Zulassen dieser natürlichen Prozesse im Auwaldökosystem profitieren viele typische Auwaldbewohner, etwa verschiedene Spechtarten, die in morschen Bäumen ihre Nahrung finden oder der EU-weit gefährdete Scharlachkäfer, der unter der Rinde von absterbenden oder toten Laubbäumen lebt.

Neuer Lebensraum für Gelbbauchunk​e & Co.

Für Gelbbauchunke und Kammmolch werden zahlreiche neue Tümpel angelegt.

Der Reitbach wird wild

Am Reitbach, einem wichtigen Nebengewässer der Salzach, soll die Entstehung von so genannten Prallufern unterstützt werden. In diese Steilufer in den Außenbögen des Baches kann der Eisvogel seine Brutröhren graben.

Die Au wird "tiefer gelegt"

Teile der Au, vor allem entlang des Reitbachs, werden im Mittel um zwei Meter „tiefer gelegt“, um sie wieder näher an das Niveau der Salzach zu bringen und somit einer natürlichen Überschwemmungs- und Grundwasserdynamik zu unterwerfen.

Der Ausee wird ein Fisch- und Vogelparadies

Der Ausee soll durch das Abflachen seiner Ufer und die Entwicklung eines Schilfgürtels sowie durch Abfischen exotischer und das Einsetzen heimischer Fischarten zu einem artenreichen Augewässer werden.

Die Au erleben

  • Damit Besucherinnen und Besucher die renaturierte Au besser erleben können und damit noch mehr schätzen und respektieren lernen, werden verschiedene Naturerlebniseinrichtungen geschaffen:
  • Ein Au-Erlebnisweg
  • Ein Hide, also ein versteckter Platz zur Beobachtung der Vogelwelt
  • So genannte „Points of Interest“ entlang des Tauernradwegs, in denen man naturkundliche Besonderheiten zwischen Anthering und St. Georgen kennenlernt.
  • Der in die Jahre gekommene Vogellehrpfad in der Irlacher Au in St. Georgen wird erneuert
  • Es wird geführte Exkursionen und Aktionstage in der Au geben.

Daten und Fakten

Projektleitung: Abteilung 5 - Natur- und Umweltschutz

Projektgebiet: Natura 2000-Salzachauen, 1.145 ha

Schwerpunktgebiet: Weitwörther Au, 127 ha

Größtes Renaturierungsprojekt Salzburgs

Projektbudget: 10,5 Millionen Euro, davon übernimmt die EU aus dem LIFE-Projekt 60 Prozent, kleinere Beträge tragen das das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und die Gemeinden St. Georgen und Nußdorf am Haunsberg bei. Den übrigen Teil finanziert das Land Salzburg über den Naturschutzfonds.

Laufzeit: Oktober 2015 bis Dezember 2020

Übergeordnetes Ziel ist Realisierung eines Musterprojekts für eine vorbildlich renaturierte und erlebbare Aulandschaft

Grunddlage ist der Ankauf großer Teile der Weitwörther Au durch das Land

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