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am 22. Oktober 2015

Masterplan Klima und Energie 2020

GRÜNE Salzburg - Salzburg will bis 2050 klimaneutral und energieautonom sein. Wie das Land das schaffen will, hat die Salzburger Landesregierung im Masterplan "Klima und Energie" festgelegt.

Der Klimawandel findet statt und der Alpenraum ist besonders stark davon betroffen. Seit Beginn der Industrialisierung ist die mittlere Temperatur in Österreich um zirka zwei Grad Celsius gestiegen (global um rund 0,85 Grad). Hauptverantwortlich für den Temperaturanstieg ist das menschliche Handeln – darüber ist sich die Wissenschaft einig. Einig sind sich Wissenschaft und Politik auch darüber, dass die mittlere globale Erwärmung unter zwei Grad gehalten werden muss – nur so können unbeherrschbare Folgen vermieden werden.

Klima- und Energiestrategie des Landes

Die Salzburger Landesregierung hat 2012 – nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima – die Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 beschlossen. Erste wichtige Etappe dieser Strategie ist die Erreichung der Ziele für das Jahr 2020:

  • 30 Prozent weniger Treibhausgase als im Referenzjahr 2005 und
  • 50 Prozent Anteil Erneuerbarer Energieträger am Gesamtenergieverbrauch. 

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, hat die Landesregierung den "Masterplan Klima + Energie 2020" beschlossen, der auf zwei Säulen fußt:

  • 54 Prozent des zu erreichenden Zieles sollen durch Effizienzsteigerungen und Einsparungen bei Energie und Treibhausgasen erreicht werden und 
  • 46 Prozent durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger. 

Der Masterplan Klima + Energie 2020 ist nicht nur ein Plan für die Umwelt, sondern er ist ein Plan für mehr Unabhängigkeit von Energieimporten und er ist vor allem auch ein Bau- und Investitionsplan für die Salzburger Wirtschaft. Darunter fallen:

  • Investitionen in die Energieeffizienz im Wohnbau
  • Investitionen in moderne, stromsparende Technologie
  • Die Hebung von Ausbaupotenziale für erneuerbare Energie, u.a. durch den Ausbau der Wasserkraft und der Photovoltaik

Sowohl für den Bereich der Energieeinsparungen als auch des Energieausbaus wurden ganz konkrete Aktionsfelder definiert. All diese Schritte werden sollen Schritt für Schritt mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern bringen. Derzeit gibt Salzburg jährlich insgesamt rund 800 Millionen Euro für den Import von fossilen Energieträgern aus. Ein wichtiger Aspekt, um Investitionen in saubere Energie zu beschleunigen war auch, dass sich die Koalition auf Verfahrensvereinfachungen im Naturschutzgesetz geeinigt hat.

Auch in Salzburg kam es in den vergangenen Jahrzehnten zu einem kontinuierlichen Anstieg des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen – im Wesentlichen sind diese parallel zur Entwicklung der Wirtschaftsleistung gestiegen. So hat sich der Endenergieverbrauch in Salzburg zwischen 1990 und 2005 um etwa 50 Prozent erhöht, die Emissionen von Treibhausgasen sind im selben Zeitraum um etwa 30 Prozent gestiegen. Erst in jüngsten Jahren lässt sich erkennen, dass sich der Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum langsam relativ entkoppelt.

ENERGIE- UND TREIBHAUSGASEINSPARUNGEN

"Wir werden viele große und viele kleine Maßnahmen setzen, um unsere Ziele zu erreichen. Vom schrittweisen Aus für alte Ölkessel über die Optimierung der Fernwärmeversorgung bis zur Ökologisierung der Beschaffung im Landesdienst. Auch die vielen kleinen Einsparungen in unserem ureigensten Bereich ergeben einen wichtigen Beitrag zum großen Ganzen. Darum werden wir auch mit jedem Ressort verbindliche Ziele vereinbaren, die durch die Umsetzung jährlicher Maßnahmenprogramme zu erreichen sind", betont die GRÜNE Umwelt- und Klimaschutzreferentin Astrid Rössler.

​Die Potenziale im Einflussbereich des Landes im Bereich Energie- und Treibhausgaseinsparungen sind in den folgenden drei Sektoren zu verorten: Verkehr, Gebäude und Ersatz fossiler durch erneuerbare (CO2-neutrale) Energieträger.

Den größten Anteil hat dabei der Gebäudebereich/Raumwärme. Konkret können etwa durch das schrittweise Phase-Out von dezentralen Öl- und Flüssiggaskesseln für Raumwärme und Warmwasser etwa 68 Kilotonnen CO2 eingespart werden. Die Optimierung der Wärmeversorgung von Landesgebäuden und im großvolumigen Wohnbau trägt ebenfalls einen wichtigen Teil zum Einsparungspotenzial bei.

Umweltlandesrätin Astrid Rössler: "Wir werden viele große und viele kleine Maßnahmen setzen, um unsere Ziele zu erreichen."

DER Masterplan Klima + Energie 2020

ist Teil der Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 und soll die Erreichung des ersten Zwischenziels bis zum Jahr 2020 sicherstellen. Im Detail wurde dieser im Rahmen mehrerer Regierungssitzungen von der Arbeitsgruppe SALZBURG 2050 ausgearbeitet.

​Ausführliche Infos zum Masterplan und eine Broschüre zum Download gibt es auf der Website des Landes.


"Die Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 und der Masterplan Klima + Energie 2020 als ihr erstes Umsetzungsinstrument sind ein, wenn nicht das große gemeinsame Projekt der Landesregierung. Dementsprechend müssen auch alle dazu beitragen. Es werden daher mit jedem Ressort verbindliche Ziele vereinbart, die durch die Umsetzung jährlicher Maßnahmenprogramme zu erreichen sind. Das Land selbst hat nicht auf alle Bereiche Einfluss, die Kompetenzen sind auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt. Salzburg setzt sich aber mit seinem Eigenbeitrag überdurchschnittlich engagierte Ziele", so Rössler.

ERNEUERBARE ENERGIE SOLL AUSGEBAUT WERDEN

Eine weitere Säule des Masterplans sind die notwendigen Ausbaumaßnahmen im Bereich der erneuerbaren Energieträger. Im Bereich der Geothermie soll ein überregionales Projekt im Rupertiwinkel Fernwärme in die Stadt Salzburg einspeisen. Bei der Wasserkraft wird die Kapazität durch die Errichtung der Kraftwerke Gries und Stegenwald erhöht. Die bereits im Frühjahr gestartete Solarinitiative läuft erfolgreich und wird fortgeführt. Für die Windkraft wurde vereinbart, einen Zonenplan zu erstellen, der festlegen wird, wo Windkraft in Salzburg grundsätzlich möglich sein soll. Fest steht schon jetzt, dass dies einige wenige Standorte sein werden.

VORRANG FÜR DEN ÖFFENTLICHEN VERKEHR

Im Bereich Verkehr sollen über Taktverdichtungen und entsprechende Ticketpreisgestaltungen Potenziale gehoben werden. Konkret sieht der Masterplan vor, dass in den kommenden Jahren die S-Bahn-Verlängerung nach Freilassing realisiert, ein Buskorridor durch die Stadt eingeführt, die Busspuren nach Obertrum verlängert und das Park&Ride-Konzept intensiviert werden, um Treibhausgasemissionen durch Autofahrten zu reduzieren. Zudem wird bei Ausschreibungen künftig der Einsatz erneuerbarer Energieträger bei Treibstoffen berücksichtigt und der Radverkehr wird weiter intensiviert.

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