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am 20. Juni 2016

Verantwortungsvoller Umgang mit Grund und Boden

GRÜNE Salzburg - Zwei Häuser hier, fünf Häuser dort - viele Salzburger Gemeinden weisen jenseits der Ortszentren eine stark zerstreute Siedlungsstruktur auf. Dabei ist Boden ein kostbares und rares Gut und seine Verschwendung mit gravierenden Problemen für uns alle verbunden.

Wie viel Boden steht uns eigentlich zur Verfügung?

Viel weniger, als wir vielleicht denken. Das zeigt uns LH-Stv. Astrid Rössler in diesem Video.

Video auf Youtube

Die Folgen der Verschwendung: Der Verkehr nimmt zu, die Belastung mit Lärm und Schadstoffen steigt. Den BewohnerInnen machen hohe Mobilitätskosten zu schaffen, parallel dazu braucht es immer mehr Steuergeld für Betrieb und Erhaltung der Verkehrswege. Dieser fatalen Entwicklung kann nur durch eine verantwortungsvolle Raumordnung entgegengetreten werden. Das Raumordnungsressort von LHStv. Astrid Rössler hat dazu folgende Raumordnungsgrundsätze und –ziele formuliert:

1. ZENTRALE SIEDLUNGSENTWICKLUNG STATT PERIPHERER STANDORTE

Stau Autobahn

Periphere Siedlungsstandorte verursachen überproportional viel Verkehr mit den daraus resultierenden externen Effekten, wie zum Beispiel Umweltbelastungen (Lärm, Luftschadstoffe), Infrastrukturkosten, Staukosten und Unfallkosten etc. Die daraus entstehenden Kosten sind zum überwiegenden Teil von der Allgemeinheit zu tragen. Durch eine kompaktere Siedlungsentwicklung in den Siedlungsschwerpunkten werden die Ortskerne und deren Einrichtungen – Nahversorgung, soziale & öffentliche & kulturelle Einrichtungen – maßgeblich gestärkt. Unverbaute Außenbereiche und Grünräume für Erholung, Freizeitnutzung und Biotopverbund müssen erhalten werden.

2. Mobilität und die (Folge-) Kosten

Auch die individuellen Kosten der zukünftigen BewohnerInnen sind an peripheren Standorten wesentlich höher als in zentraler Lage. Aufgrund der höheren Mobilitätskosten relativieren sich die günstigeren Grundstückskosten auf lange Sicht. Die BewohnerInnen benötigen meistens zumindest zwei Autos, um ihre täglichen Wege zurücklegen zu können ("Zwangsmobilität Auto"). Siehe MORECO Siedlungs- und Haushaltsrechner (www.moreco.at). Auch die Erreichung der Klimaziele 2050 ist nur über eine deutliche Reduzierung des allgemeinen Verkehrsaufkommens möglich.

3. Sparsamer Umgang mit Grund und Boden

Der sparsame Umgang mit Grund und Boden ist einer der wichtigsten Raumordnungsgrundsätze, damit der Erhalt der nicht vermehrbaren Ressource Boden nachhaltig für die Zukunft gewährleistet werden kann. Um dies zu erreichen, müssen Flächenverbrauch und Bodenversiegelung deutlich reduziert werden. In den Jahren 2011-2013 wurden allein im Bundesland Salzburg insgesamt 300 Hektar neues Bauland gewidmet, zusätzlich bestehen aber weitere 900 Hektar gewidmetes Wohnbauland und 400 Hektar gewidmetes Gewerbegebiet, die aber mangels Verfügbarkeit oder aufgrund (zu) hoher Baulandpreise bisher nicht verbaut wurden.

unberührte Landschaft
4. Kompaktes Bauen verbraucht weniger Naturraum, Energie und Rohstoffe

In Siedlungsschwerpunkten ist der Energiebedarf pro Wohneinheit wesentlich geringer als in Streusiedlungen. Konkret: 100 m2 Wohnfläche im Reihenhaus oder einer Wohnung in der kompakt verbauten Siedlung verbrauchen um mindestens 20 Prozent weniger Energie als die gleiche Fläche im Einfamilienhaus auf der grünen Wiese. Auch der erforderliche Baurohstoffeinsatz ist bei einem unterkellerten Einfamilienhaus mit rund 450 Tonnen mineralischer Rohstoffe bei weitem höher als bei einer beispielsweise 80m2 Wohnung, die aus ca. 100 Tonnen mineralischer Rohstoffe besteht. Verdichtete Wohnformen werden daher dem Prinzip der Nachhaltigkeit wesentlich mehr gerecht.

5. Kompaktes Bauen bewahrt landwirtschaftliche Flächen

Vor allem für die Landwirtschaft ist es wichtig, dass zusammenhängende Flächen hochwertiger Bodenqualität für die Bewirtschaftung erhalten bleiben und dass der ländliche Raum nicht weiter zerstückelt wird. Durch möglichst zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen für die Bewirtschaftung wird auch ein allfälliges Konfliktpotential mit AnrainerInnen minimiert.

6. Nachhaltige Siedlungsentwicklung beinhaltet folgende Kriterien
  • Abgrenzung des Siedlungsraumes mit klaren Siedlungsgrenzen nach außen
  • nach innen orientierte Siedlungsentwicklung
  • Kleinräumige Nutzungsmischung und Funktionsvielfalt
  • Verdichtete Siedlungsformen unter Berücksichtigung einer hochwertigen Freiraumgestaltung (Durchgrünung)
  • Gemeinde / Stadt der kurzen Wege
  • durch eine kompaktere Siedlungsstruktur können Alltagswege verkürzt werden.
  • nachhaltige Mobilitätskonzepte stärken die Nutzung von ÖV, Fahrrad und fußläufigen Wegstrecken
  • Erhaltung von unverbauten Grünräumen, Schutzgebieten und Biotopflächen
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