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am 16. Oktober 2014

„Menschen mit Behinderung nicht mehr in Watte packen“

Kimbie Humer-Vogl - Können Sie sich vorstellen, dass Österreich von einem/r Bundeskanzler/in regiert wird, der/die eine Behinderung hat? Der/die zum Beispiel blind ist, nichts hört oder gar mittels Sprachcomputer kommuniziert?

Nein? Dann haben wir ein Problem mit dem Bewusstsein über Menschen mit Behinderung, meint Marianne Schulze. Gemeinsam mit anderen ExpertInnen überwacht Schulze als unabhängige Menschenrechtskonsulentin die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Österreich. Die Konvention hat die Inklusion beziehungsweise Integration von Menschen mit Behinderung zum Ziel. „Die Umsetzung passiert leider nach wie nur schleppend und lückenhaft. Hier braucht es noch viel Bewusstsein in unser aller Köpfe“, sagt die GRÜNE Inklusionssprecherin LAbg. Kimbie Humer-Vogl. Aus diesem Anlass lud sie Marianne Schulze zu einem GRÜNEN Abend zum Thema „Umsetzungsmöglichkeiten der UN-Behindertenrechtskonvention“ in Salzburg.

Schluss mit der „Licht-ins-Dunkel“-Mentalität

„In Österreich herrscht immer noch die Licht ins Dunkel-Mentalität“, kritisiert Marianne Schulze. Die meisten Menschen würden nach wie vor nicht wissen, wie sie auf Menschen mit Behinderungen zugehen können und diese müssten nach wie vor in einem System leben, das sie in Watte packt, sodass ihnen ja nichts passiere. Aber gerade Selbstbestimmung brauche den Mut zum Risiko: „Wir müssen eine neue Generation heranziehen, die sich nicht mehr zu Tode fürchtet, wenn es darum geht Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, so Schulze. Wie das gehen kann, sagt Kimbie Humer-Vogl: „In erster Linie dadurch, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam die Schulbank drücken. Bildung ist der Dreh- und Angelpunkt für ein gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen.“ Außerdem müsse man endlich beginnen, Alternativen anzubieten, Menschen mit Behinderung nach ihren Wünschen, Vorstellungen und Zielen zu fragen, ihre Antworten ernst zu nehmen und ihnen für die Umsetzung die notwendige Assistenz zur Verfügung zu stellen. 

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