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am 14. Juli 2016

Fünf Schritte, ein Ziel: Integration

GRÜNE Salzburg, Martina Berthold - Mehr Deutschkurse, mehr Aktivitäten in den Bereichen Ausbildung und Zusammenleben sowie zusätzliche Maßnahmen für minderjährige Flüchtlinge: Wir haben die Ziele und Maßnahmen für den Salzburger Integrationsweg zusammengefasst.

Schritt Nr. 1: Deutschkurse - Damit wir uns verstehen 


​Damit Integration gelingt, müssen wir uns verständigen können. Sprache ist die wichtigste Basis für Integration. Es besteht ein großer Bedarf an Deutschkursen auf allen Sprachniveaus, wobei Alphabetisierungs- und A1-Kurse derzeit am dringendsten benötigt werden.

Sprachkurse und Ausbildungsangebote sind wichtige Investitionen, die sich auf lange Sicht bezahlt machen. Wir haben ein Ziel: Bis zum Sommer 2017 sollen alle in Salzburg lebenden Asylwerbenden und Asylberechtigten mindestens das erste Sprachlevel A1 erreichen. Das ist die Grundlage für die nächsten Schritte in die Selbstständigkeit. Wer Deutsch auf A1-Niveau beherrscht, kann einfache Formulare ausfüllen, leicht verständliche Anweisungen verstehen und an einem einfachen Gespräch teilnehmen.

Damit es ausreichend Sprachkurse gibt, investiert das Land Salzburg heuer 505.000 Euro. Vom Integrationsministerium stehen Salzburg bis Ende 2017 zusätzliche 617.000 Euro zur Verfügung und rund eine Million Euro steuert das Innenministerium bei. 

„Asylwerbende und Asylberechtigte müssen Deutsch lernen, sonst haben sie – und wir – es schwer. Mit den Kursen helfen wir ihnen, unsere Sprache so schnell wie möglich zu lernen.“ (Integrations-landesrätin Martina Berthold)


Schritt Nr. 2: Qualifikations-Screening - Jeder kann was!


Wir wollen Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen, möglichst schnell in unsere Gesellschaft integrieren Damit diese Menschen später erfolgreich am Arbeitsmarkt vermittelt werden können, müssen wir wissen, welche Sprachkenntnisse sie haben, welche Ausbildung(en) sie absolviert haben oder welchem Beruf sie nachgegangen sind. Bis Ende des Jahres werden deshalb unter dem Titel „Qualifikations-Screening“ die Sprachkenntnisse und das Ausbildungsniveau von rund 4.500 Asylwerbenden erfasst.

Das Screening hilft dabei, die AsylwerberInnen ihrem Know-how entsprechend einzusetzen. Und es gibt Aufschluss darüber, wo noch zusätzlicher Qualifizierungsbedarf besteht. Damit können AsylwerberInnen nachholen, was ihnen noch fehlt, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen: Deutschkurse, ein Kurs für den Pflichtschulabschluss oder ein Ausbildungsplatz beispielsweise in Form einer Lehre.

„Je eher wir wissen, was die Menschen können und was sie noch zu lernen haben, desto schneller können wir die notwendigen Maßnahmen setzen, um sie in unsere Gesellschaft zu integrieren.“ (Integrationslandesrätin Martina Berthold)


Schritt Nr. 3: Ohne Freiwillige ginge vieles nicht!


Viele Salzburgerinnen und Salzburger engagieren sich in unterschiedlichen Bereichen aus voller Überzeugung und mit großem persönlichem Einsatz für ihre Mitmenschen. Das Ehrenamt ist sehr wichtig und auch in der Versorgung und Integration von Flüchtlingen unverzichtbar. Die Salzburger Hilfsorganisationen suchen laufend Unterstützung durch Freiwillige in unterschiedlichen Bereichen. Damit das Engagement der ehrenamtlichen HelferInnen weiter bestehen und wachsen kann, wird diese Freiwilligenarbeit in Zukunft noch besser koordiniert. Vor allem aber wird sie sichtbar gemacht: Auf der neuen Vermittlungsplattform freiwilligenzentrum-salzburg.at finden Engagierte alle wichtigen Termine, Veranstaltungstipps und Bildungsangebote. Dazu kann dort auch auf die Freiwilligenbörse von „Salzburg hilft“ zugegriffen werden. Dadurch werden jene, die gerne ehrenamtlich tätig werden möchten, mit jenen Organisationen verknüpft, die HelferInnen suchen. 

„Diese Taten der Mitmenschlichkeit sind wertvoll und unverzichtbar. Daher ist es mir ein besonders Anliegen, dass wir Freiwillige weiterhin unterstützen und die Freiwilligenarbeit gut koordinieren.“ (Integrationslandesrätin Martina Berthold)

Schritt Nr. 4:  Allen Menschen auf Augenhöhe begegnen


Wir wollen Menschen, die zu uns kommen, auf Augenhöhe begegnen. Mit jenen, die einen positiven Asylbescheid erhalten, wird eine Integrationspartnerschaft abgeschlossen. Formal besiegelt wird diese Partnerschaft, indem Asylberechtigte und das Land Salzburg eine Integrationspartnerschaft unterzeichnen.

Asylberechtigte erklären sich dazu bereit, die deutsche Sprache zu lernen, sich über die Grundwerte der österreichischen Gesellschaft zu informieren und sich für eine Erwerbstätigkeit weiterbilden zu lassen sowie eine Arbeit anzunehmen. Das Land Salzburg verpflichtet sich wiederum dazu, Deutschkurse und Qualifizierungsangebote anzubieten und die Asylberechtigten sozial zu unterstützen (Mindestsicherung bzw. Grundversorgung).

Mit der Integrationscharta wird ein klares Zeichen gesetzt: Asylberechtigte sind nicht anders zu behandeln als österreichische Bürgerinnen und Bürger. Wir alle haben dieselben Rechte und Pflichten und es muss klar sein, dass unsere Rechtsordnung und unsere Grundrechte nicht verhandelbar sind. Diese besagen, dass alle Menschen gleich sind – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Religion.

Asylberechtigte werden außerdem über die Grundrechte wie auch einfache alltägliche Konventionen als ‚Regeln‘ für ein gutes Miteinander informiert. Zum Beispiel, dass es üblich ist, sich die Hand zu geben, wenn man sich trifft oder „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ sowie „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Außerdem wird darüber informiert, dass Kinder in die Schule gehen müssen, jede Art von Gewalt strengstens verboten ist und jeder Mensch respektvoll behandelt werden muss. Das Verhalten auf öffentlichen Plätzen oder gegenüber Menschen in Behörden, der Umweltschutz und der Straßenverkehr sind ebenso wichtige Punkte der Integrationscharta.

„Damit wir gut miteinander auskommen ist es wichtig, dass unsere neuen Nachbarinnen und Nachbarn über die Grundrechte einer jeden Frau und eines jeden Mannes Bescheid wissen, aber auch die Konventionen im Alltag kennen. Ich möchte jedem Menschen auf Augenhöhe begegnen, deshalb ist dies eine Vereinbarung, die auf Partnerschaft beruht.“​
(Integrationslandesrätin Martina Berthold)

Schritt Nr. 5: Jungen Flüchtlingen die Lehre in Mangelberufen ermöglichen


Wie in vielen Bundesländern herrscht auch in Salzburg Fachkräftemangel in vielen Lehrberufen. Mit Mai 2016 waren in Salzburg 1.629 offene Lehrstellen gemeldet, aber nur 266 Personen sind auf der Suche nach einer Lehrstelle. Viele Unternehmen suchen tatsächlich auch diese Tage händeringend einen Lehrling.

Vor allem junge Flüchtlinge können hier einen wertvollen Beitrag zur Zukunft des Landes leisten. In einigen Branchen bieten Asylwerbende große Potenziale für Unternehmen: So ist die Kombination Deutsch-Arabisch beispielsweise in der Gastronomie und Tourismus äußerst gefragt.

Unser Ziel: Alle jungen Flüchtlinge sollten so schnell wie möglich eine Berufsausbildung abschließen. Deshalb gibt es seit Herbst 2015 die Möglichkeit, dass Asylwerbende, die nicht älter als 25 Jahre sind, eine Lehre in einem Mangelberuf beginnen können.

Zu den Mangelberufen zählen unter anderem:

  • Einzelhandelskaufmann/-frau im Lebensmittelhandel
  • Hotelkaufmann/-frau
  • Restaurantfachmann/-frau
  • Koch/Köchin
  • Gastronomiefachmann/-frau
  • Friseur/in und Perückenmacher/in
  • Elektrotechniker/in – Elektro- und Gebäudetechnik
  • Tischler/in

 „Wir müssen die Menschen, die zu uns kommen, fördern und ihnen eine Perspektive bieten.“​ (Integrationslandesrätin Martina Berthold)

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