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am 27. Februar

„Erkennen, was die Menschen brauchen“

GRÜNE Salzburg - Landesrätin Martina Berthold und Landesrat Heinrich Schellhorn über Sturheit in der Politik, gelungene Trendwenden und Grüne Ideen für die Zukunft

Am 22. April wird in Salzburg gewählt. Warum ein Kreuz bei "Grün"? 

Schellhorn: Weil die Grünen in Salzburg einfach super Arbeit machen! (lacht). Ganz im Ernst: Uns ging und geht es darum zuzuhören, hinzuschauen, zu erkennen, was die Salzburgerinnen und Salzburger brauchen und dies auch umzusetzen.

Berthold: Ja, wir sprechen Probleme offen an und arbeiten dann gemeinsam an neuen Lösungen. Damit haben wir viel erreicht. 

Daniel Gebhart de Koekkoek
Landesrätin Martina Berthold: "Ich möchte in einem Salzburg leben, in dem Gerechtigkeit und Chancengleichheit groß geschrieben werden. Dafür setzen wir uns ein!"

Das behauptet jede Regierung von sich...

Berthold: Davon kann sich in Salzburg jeder und jede selbst überzeugen. So haben wir zusätzlich 1.800 neue Kinderbetreuungs-Plätze geschaffen, das ist handfeste Unterstützung für betroffene Mütter und Väter. Die Gehälter von KindergartenpädagogInnen wurden verbessert, es gibt deutlich mehr Unterstützung für Ehrenamtliche, wir haben die Gewaltprävention und das Frauenhaus im Pinzgau gestärkt und zum Beispiel die Erwachsenenbildung ausgebaut.

Grün steht im Allgemeinen für Umwelt. Kam die in dieser Periode zu kurz?

​Schellhorn: Ganz im Gegenteil, hier konnte Astrid Rössler einige Meilensteine legen, etwa das neue Abfallgesetz, mit dem der Plastikmüll reduziert wird. Von den zahlreichen von ihr initiierten Projekten zum Schutz der Artenvielfalt ganz zu schweigen. Wir sehen unsere schöne Natur und nehmen gar nicht wahr, mit welchem Artensterben wir es auch in Salzburg bereits zu tun haben. Da ist es gut zu wissen, dass es Politikerinnen wie Astrid Rössler gibt, die sich um die Widerstandsfähigkeit unserer Ökosysteme und damit unseres Lebensraumes kümmern.


Viele Menschen haben ganz unmittelbare Sorgen, wie etwa das teure Wohnen.

Berthold: Ganz recht. Das Spekulieren mit Bauland hat die Preise fürs Bauen - und damit Wohnen – in Höhen getrieben, die sich der Großteil der Bevölkerung nicht mehr leisten kann. Hier ist es der Beharrlichkeit von Astrid Rössler zu verdanken, dass nach Jahrzehnten des politischen Zuschauens endlich etwas geschehen ist, das neue Raumordnungsgesetz schiebt dem preistreibenden Spekulieren mit Grund und Boden künftig einen Riegel vor. Da ist ein großer Wurf gelungen. 

Den Mut, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, hat Politik viel zu selten, lautet ein häufiger Vorwurf…  

Schellhorn: Wir haben in den letzten fünf Jahren oft genug gezeigt, dass wir auch heiße Eisen anpacken. Allein in meinen Ressorts waren das zum Beispiel das klare Nein zur Deckelung von der Mindestsicherung. Oder die Abschaffung des Tobi Reiser-Preis auf Grund Reisers Nähe zum Nationalsozialismus. Da geht es um eine klare Haltung, mit der man sich nicht nur Freunde macht.

Zahlt sich eine gewisse Sturheit in der Politik aus?

Schellhorn: Als wir zu Beginn unserer Regierungstätigkeit eine Trendwende in der Inklusionspolitik eingeleitet haben, war die erste Reaktion Protest. Wir haben dann das Gespräch mit den Betroffenen gesucht, sie um ihre Meinung gefragt und diese berücksichtigt. Heute sind alle Betroffenen höchst zufrieden, dass wir „stur“ geblieben sind und Salzburgs größtes „Heim“ für Menschen mit Behinderungen verkleinert und neu konzeptioniert haben.

Alle reden von der „Stärkung der Regionen“. Die Grünen auch?

Schellhorn: Ja, vor allem aber tun wir es! Sowohl in der Kultur als auch bei sozialen Angeboten. So konnten wir etwa in Saalfelden gemeinsam mit anderskompetent teilbetreutes Wohnen eröffnen. Das renommierte Jazzfestival Saalfelden ist für mich sowieso ein Vorzeigebeispiel für gelungene Kulturarbeit und das seit Jahrzehnten.

LR Heinrich Schellhorn: "Wir haben in den letzten fünf Jahren oft genug gezeigt, dass wir auch heiße Eisen anpacken."
Reden wir über die Zukunft. Wo sind die größten Herausforderungen?

Berthold: Wir müssen unbedingt stärker in die umweltfreundliche Mobilität investieren. Wir erleben tagtäglich in den Ballungsräumen Stau und steigende Stickoxidwerte. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen endlich kräftige Investitionen wie es uns Tirol, Südtirol oder Vorarlberg vorgemacht haben. Konkret braucht es bessere, verlässliche Takte im Bus- und Bahnverkehr und günstigere Tickets.

Schellhorn: Stimmt, deswegen freue ich mich, dass Astrid Rössler vor kurzem das Interesse der Grünen am Verkehrsressort verkündet hat. Für mich persönlich heißen die Herausforderungen der Zukunft: die Absicherung des Sozialstaats, die selbstverständliche Umsetzung von Barrierefreiheit, endlich mehr leistbares Wohnen schaffen und die Pflege älterer Menschen sicherstellen.  

Berthold: Für die Zukunft ist mir wichtig: Ich möchte in einem Salzburg leben, in dem Gerechtigkeit und Chancengleichheit groß geschrieben werden. Dafür setzen wir Salzburger Grünen uns mit voller Kraft ein.