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am 18. Juli 2016

Kinder- und Jugendhilfe: Vorbeugung und frühe Hilfe ist besonders wirksam

Kimbie Humer-Vogl, GRÜNE Salzburg - Kinder- und Jugendhilfe im Bundesland Salzburg - zusammengefasst in leicht verständlicher Sprache

Gefährdungsabklärung

Die wichtigste Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es fest zu stellen, ob Kinder in Gefahr sind. Wenn Privatpersonen oder Lehrer oder andere Personen dem Jugendamt melden, dass sie das Gefühl haben, dass ein Kind in Gefahr ist, schaut sich das Jugendamt diese Situation immer an. Ein Kind kann in Gefahr sein, weil es geschlagen wird, sexuell missbraucht wird oder vernachlässigt wird.

2015 hat das Jugendamt 1.678 Mal die Familiensituation von Kindern abgeklärt!

Erziehungshilfen

Wenn Eltern Schwierigkeiten bei der Erziehung ihrer Kinder haben, bekommen sie Hilfe vom Jugendamt.

Wenn es möglich ist passiert diese Unterstützung der Erziehung in den Familien. Sozialarbeiter und Therapeuten besuchen die Familien zu Hause und helfen ihnen Probleme zu lösen.

Es ist besser für Kinder, wenn sie in ihren Familien bleiben können. Deshalb ist es wichtig schnell zu helfen, wenn es Probleme gibt. Das gelingt sehr gut. Denn immer mehr Kinder werden zu Hause betreut. Immer weniger Kinder müssen ihre Familien verlassen.

Wenn das nicht klappt, müssen die Kinder ihre Familien verlassen. Das nennt man volle Erziehung. Die Kinder leben dann in Pflegefamilien, Kriseneinrichtungen, Wohngemeinschaften, in Kinderdorf-Familien oder Betreutem Wohnen. Auch das bezahlt die Sozialabteilung. Im Bereich der vollen Erziehung fallen auch minderjährige unbegleitete Flüchtlinge.

2070 Kinder und Jugendliche haben 2015 Hilfen zur Erziehung bekommen.

Bei 1485 Kindern hat es sich um Unterstützung der Familien gehandelt.

Nur 28 % der Kinder mussten ihre Familien verlassen.

In den meisten Fällen (85%) waren die Eltern mit der Erziehungshilfe einverstanden.

Adoptions-Vermittlung

Die Sozialabteilung ist auch für Adoptionen zuständig. Jedes Jahr gibt es nur sehr wenige Kinder die adoptiert werden. 2015 gab es in Salzburg zwei Inlands-Adoptionen und eine Auslands-Adoption.

Obsorge und Vertretung

Auch hier übernimmt die Sozialabteilung verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel:

  • Wenn ein Kind keine Eltern hat übernimmt das Jugendamt die Vertretungsaufgaben.
  • Wenn die Eltern die Vertretung nicht übernehmen können macht das der Kinder- und Jugendhilfeträger (zum Beispiel Pro Juventute).
  • Wenn ein Elternteil für das Kind keinen Unterhalt zahlen will, hilft das Jugendamt.
  • Der Kinder- und Jugendhilfeträger kann ein Kind in bestimmten Angelegenheiten unterstützen (zum Beispiel Waisenpension), wenn das Kind das will.

Eltern-Beratung

Das Beste ist, wenn es erst gar nicht zu Problemen kommt. Das ist das Ziel der Elternberatung. Die Elternberatung hat ein Angebot für alle Eltern. Aber besonders Eltern, die Probleme mit der Erziehung ihrer Kinder haben, bekommen bei der Elternberatung Rat und Hilfe.

Die Elternberatung gibt es in allen Bezirken, im Pongau und Pinzgau wird diese Aufgabe vom Verein PEPP – Pro Eltern Pinzgau und Pongau übernommen.

Folgende Angebote gibt es bei der Elternberatung:

  • Geburtsvorbereitungskurse
  • Informationsdienst auf den Geburtenstationen
  • Rückbildungsgymnastik für Mütter nach der Geburt
  • Elternberatungsstunde
  • Gruppenaktivitäten (zum Beispiel Spielgruppen, Stillgruppen)
  • Einzelberatungen (zum Beispiel Elternsprechstunde für Schreibabies)
  • Elternschulung/Elternbildung

Mit diesem Angebot werden jedes Jahr sehr viele Eltern erreicht.

Die Elternberatung des Landes hat insgesamt fast 40.000 Mal Eltern im ganzen Bundesland beraten und betreut (Stillgruppen, Eltern-Kind-Gruppen, Vorträge) (39.067 Teilnehmer).

Psychologischer Dienst und psychologische Familienberatung der Kinder- und JugendhilfE

Seit 2015 gibt es einen psychologischen Dienst der Kinder- und Jugendhilfe. Die Kinder werden vom Jugendamt an den psychologischen Dienst überwiesen.

Der psychologische Dienst hat 2015:

  • 48 psychologische Untersuchungen gemacht
  • 57 psychologische Berichte geschrieben
  • Fast 100 Stunden lang Kinder mit psychologischen Problemen begleitet.
  • 433 Beratungsgespräche mit Angehörigen geführt.
  • 9 Hausbesuche gemacht.

Außerdem gibt es die psychologische Familienberatung für Familien mit Kindern von 6 bis 18/19 Jahren.

169 Personen haben 2015 Psychologische Familienberatung erhalten.

Entwicklungen und Veränderungen

  • 2015 wurde der Salzburger Kinder- und Jugendrat gegründet. Das ist eine Selbstvertretung für Kinder und Jugendliche die volle Erziehung bekommen.
  • Außerdem wurde die Unterstützung der Erziehung ausgebaut.
  • Und die volle Erziehung wurde ausgebaut: Eine Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit 8 Plätzen wurde eröffnet. 

Wir haben den Salzburger Sozialbericht in leicht verständlicher Sprache zusammengefasst.

Der vollständige Sozialbericht für das Jahr 2015 kann im Internet heruntergeladen oder bestellt werden. (Seite 110-136) 

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