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am 31. Jänner 2013

Leiharbeit darf nicht die Regel werden

Birgit Schatz - Immer mehr Unternehmen nutzen Leiharbeitsfirmen. So wachsen prekärer Arbeitsverhältnisse auf Kosten regulärer Anstellungen. Sie sind billiger, jederzeit kündbar und scheinen nicht in der Personalstatistik auf. Dieser Missbrauch muss gestoppt werden.

Das Geschäft mit der Leiharbeit boomt, quer durch alle Branchen. Leiharbeit findet sich nicht mehr nur in der Industrie, sondern in Krankenhäusern, bei Müllentsorgung, bei Nationalbank oder etwa bei Fluglinien. Überall sind LeiharbeiterInnen heute ein „fixer“ Bestandteil der Belegschaft.​

Weg vom Ursprung

Ursprünglich sollte Leiharbeit zur Deckung von Auftragsspitzen eingesetzt werden. Doch heute greifen Unternehmen weit über die ursprüngliche Intention hinaus darauf zurück. Leiharbeit kommt auch in Branchen immer mehr zum Einsatz, die konjunkturunabhängig sind. Das beste Beispiel hierfür ist der öffentlichen Sektor. Bereits zwei bis drei Prozent aller unselbstständigen Beschäftigten in Österreich sind nicht mehr direkt bei ihrem Arbeitgeber angestellt, sondern über eine Leiharbeitsfirma (Trendwalder, Manpower, Adecco, etc.).​

Missbräuche eindämmen

An sich gibt es eine klare Richtlinie der Europäischen Union zur Leiharbeit. Sie steht für die Gleichbehandlung von LeiharbeiterInnen mit den Beschäftigten eines Betriebs (für die Dauer der Überlassung). Zudem gilt in Österreich das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz und der Kollektivvertrag für Arbeitskräfteüberlasser. Doch das große Problem besteht in der Umgehung dieser geltenden Gesetze und Regelungen. Der Missbrauch und die Zweckentfremdung von Leiharbeit müssen eingedämmt werden.​

Mehr Rechte, mehr Mitbestimmung

Es braucht eine Begrenzung der LeiharbeiterInnenquote pro Unternehmen auf 10%, ein Sichtbarmachen der LeiharbeiterInnen in der Bilanz unter Personalkosten, ein Verbot einvernehmlicher Lösungen zu Stehzeiten und Zuschläge für Leiharbeit (etwa höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung). Zusätzlich müssen die Rechte von LeiharbeiterInnen, etwa im Bereich der betrieblichen Mitbestimmung, erheblich ausgeweitet werden.​
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