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am 18. Juli 2016

Menschen mit Behinderungen sollen selbstbestimmt aus vielen Angeboten wählen können

Kimbie Humer-Vogl, GRÜNE Salzburg - Leistungen für Menschen mit Behinderungen im Bundesland Salzburg - zusammengefasst in leicht verständlicher Sprache

Wir haben den Salzburger Sozialbericht in leicht verständlicher Sprache zusammengefasst.

Der vollständige Sozialbericht für das Jahr 2015 kann im Internet heruntergeladen oder bestellt werden. (Seite 74-100) 

  • Fast 3.000 Menschen mit Behinderungen haben 2015 eine dauerhafte Leistung der Behindertenhilfe bekommen (2.705 Menschen).
  • Dauerhafte Leistungen sind zum Beispiel Plätze in Wohngemeinschaften, Tagesbetreuungen oder Werkstätten).
  • Zusätzlich haben fast 600 Personen Einzelleistungen der Behindertenhilfe bekommen (591 Personen).
  • Einzelleistungen sind zum Beispiel Fahrtendienste, Zuschüsse um eine Wohnung barrierefrei zu machen, Körperersatzstücke wie zum Beispiel eine Beinprothese.
  • Außerdem haben 17 Einrichtungen Geld bekommen um Leistungen für Menschen mit Behinderungen anbieten zu können. Zum Beispiel Beschäftigungsprojekte, Krisenintervention, Suchtprävention.
  • Und die Behindertenhilfe hat durch Lohnkostenzuschüsse 2015 fast 600 Personen mit Behinderungen unterstützt, die noch nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Arbeit finden konnten.
  • Für 95 Menschen mit Behinderung konnten 2015 ganz neue Wohn- oder Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wenn Menschen mit Behinderungen Unterstützung brauchen, die keine andere Stelle bezahlt (zum Beispiel Arbeitsmarktservice, Sozialministeriumsservice, Pensionsversicherungsanstalt), dann zahlt die Behindertenhilfe des Landes Salzburg.

Die Behindertenhilfe bezahlt viele verschiedene Angebote (zB. Wohnen in einem Wohnheim oder eine Beinprothese). Diese Angebote heißen „Leistungen“.

Die Leistungen die die Behindertenhilfe bezahlt, sind alle im Salzburger Behindertengesetz festgeschrieben.

Es gibt Eingliederungshilfe. Darauf besteht ein Rechtsanspruch. Allerdings nicht auf eine bestimmte Form der Unterstützung. Leistungen der Eingliederungshilfe sind:

  • Heilbehandlung
  • Orthopädische Behelfe
  • Hilfe zur Erziehung und Schulbildung
  • Hilfe zur beruflichen Eingliederung
  • Hilfe zur sozialen Eingliederung
  • Hilfe zur sozialen Betreuung
  • Hilfe durch geschützte Arbeit

Zusätzlich gibt es die besonderen sozialen Dienste. Darauf gibt es keinen Rechtsanspruch. Das heißt die Menschen können diese Leistung bekommen. In besonderen Fällen bekommen sie die Leistung aber nicht (zum Beispiel wenn es kein Geld mehr gibt).

Das Land Salzburg hat sehr viele Partner der Behindertenhilfe

Zum Beispiel: Anderskompetent, Behindertensportverband, Zivilinvalidenverband, Pro Mente, Suchthilfe.

Es gibt zwei verschiedene Formen von Leistungen in der Behindertenhilfe:

  • Genehmigte Leistungen (dauerhafte Leistungen oder Einzel-Leistungen)
  • Pauschalfinanzierte Leistungen

5.1 Genehmigte Leistungen der Bezirksverwaltungsbehörden

Wenn ein Mensch mit einer Behinderung eine Leistung bezahlt bekommen will, findet eine Teamberatung in der Bezirkshauptmannschaft statt. Da sind verschiedene Experten und die Person selbst.

2015 haben 3.296 Personen eine genehmigte Leistung bekommen, wobei die meisten Leistungen dauerhaft sind (82,1%).

Dauerhafte Leistungen die 2015 am häufigsten bezahlt wurden waren:

  • Werkstätten für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen für 845 Personen
  • Lohnkostenzuschüsse für 577 Personen
  • Wohnen mit Tagesstruktur für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen für 411 Personen
  • Wohnen ohne Tagesstruktur für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen für 398 Personen

2015 haben insgesamt 2705 Menschen dauerhafte Leistungen bekommen.

Etwas mehr Männer als Frauen (56,2% waren Männer).

Bei den Einzelleistungen geht es vor allem um Transportkosten zur und von der Schule.

485 Menschen haben diese Leistung 2015 bekommen.

Insgesamt haben 591 Menschen eine Einzelleistung bekommen.

Leistungen für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen

Für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen gab es 2015 folgende Leistungen:

  • Heilbehandlung/Mobilitätstraining (zum Beispiel Leistung der Gehörlosenambulanz): 198 Personen
  • Hilfsmittel und Körperersatzstücke (zum Beispiel eine Bein-Prothese): 56 Personen
  • Erziehung und Schulbildung (zum Beispiel Lebenshilfe-Kindergarten, Schülerwohnheim der Lebenshilfe, Caritas-Dorf St. Anton): 90 Personen
  • Pflege an Schulen: 394 Personen an 55 Schulen
  • Berufliche Ausbildung (zum Beispiel Oberrain, Rettet das Kind, Landeszentrum für Hör- und Sehbildung): 214 Personen
  • Tagesbetreuung und Beschäftigung (zum Beispiel Matthiashof, Dorf St.Anton, Tageszentrum Elixhausen): 845 Personen
  • Wohnen mit Tagesstruktur (zum Beispiel: Schernberg): 411 Personen
  • Wohnen ohne Tagesstruktur (zum Beispiel Lebenshilfe-Wohnhäuser): 398 Personen

Insgesamt gibt es im Bundesland Salzburg 706 Wohnplätze. 89 sind vollbetreut (mit Nachtdienst), 617 sind teilbetreut (oft nur wenige Stunden pro Woche).

Leistungen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gibt es 33 verschiedene Wohneinrichtungen für 263 Personen.

Zum Beispiel von der Laube oder von Pro Mente.

Die meisten Wohneinrichtungen sind in der Stadt Salzburg (60%).

Für Menschen mit Drogenproblemen gibt es die Möglichkeit an einer Drogentherapie teilzunehmen.

2015 haben 47 Menschen an einer Drogentherapie teilgenommen.

Außerdem gibt es pauschalfinanzierte Leistungen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Das bedeutet, das nicht die einzelne Person unterstützt wird, sondern eine Einrichtung. Zum Beispiel bekommt die Pro Mente einen Zuschuss für das Betreiben der Krisenintervention. Wie viele Leute kommen, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass es das Angebot gibt.

  • Beschäftigung, Tageszentren und Klubeinrichtungen. Zum Beispiel Samba, Laube-Tageszentrum St.Johann und Zell am See, Reflex oder die Oase.
  • Weitere ambulante und mobile Betreuung: Zum Beispiel: Krisenintervention, Psychiatrische Übergangsbetreuung, Nachsorgegruppen für Alkoholkranke.

Lohnkostenzuschüsse, Arbeitstraining und Arbeitsassistenz

  • Lohnkostenzuschüsse sichern Arbeitsplätze in sogenannten Einrichtungen des zweiten Arbeitsmarktes wie zum Beispiel den Geschützten Werkstätten. 2015 haben 577 Personen einen Lohnkostenzuschuss bekommen.
  • Manche Menschen brauchen ein Arbeitstraining bevor sie einen Arbeitsplatz finden können. Für 65 Menschen hat die Behindertenhilfe 2015 ein Arbeitstraining bezahlt.
  • Die Arbeitsassistenz unterstützt Menschen bei der Arbeitsplatzsuche. Das Land Salzburg bezahlt einen Teil der Arbeitsassistenz.

Weitere Zuschüsse des Landes

  • Der Salzburger Landeskriegsopfer- und Behindertenfonds (Salkof) zahlt Zuschüsse zu Pflegehilfsmittel wie zum Beispiel Treppenlifte. 2015 wurden 336 Menschen unterstützt.
  • Die Behindertenhilfe fördert Fahrtendienste für Menschen mit Behinderung und Taxigutscheine.
  • Außerdem werden Ferienbetreuungsaktionen, zum Beispiel für die Lebenshilfe und Behindertenerholungsaktionen gefördert.
  • Auch Freizeit- und Betreuungsangebote und Freizeitassistenz wird gefördert.

Ausbau und Veränderungen: 95 neue Chancen für Menschen mit Behinderung!

Die Sozialabteilung möchte ein großes Angebot für Menschen mit Behinderungen schaffen. Damit diese selbst wählen können, welche Leistung sie haben möchten.

Deshalb werden jedes Jahr neue Einrichtungen geschaffen. 2015 waren das folgende Einrichtungen:

  • 20 neue Werkstättenplätze der Lebenshilfe
  • Tagesbetreuungszentrum der Caritas in Elixhausen (20 Plätze)
  • Tageszentrum Zell am See (15 Plätze)
  • Ambulant begleitetes Folgewohnen Innergebirg und in der Stadt Salzburg: 14 Plätze
  • Beschäftigungsprojekt Reflex: 8 neue Plätze
  • Teilbetreutes Wohnen Oberrain: 6 Plätze
  • Teilbetreutes Wohnen – Jugend am Werk: 6 Plätze
  • Dauerarbeitsplätze bei der RWS (Rehawerkstatt Anderskompetent): 4 neue Plätze
  • Erweiterung des Kulinariums: 2 neue Plätze

Für 95 Menschen konnte so eine neue Lebenschance geschaffen werden!

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