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am 16. November

Wenn Kinder zu Pflegenden werden

Kimbie Humer-Vogl - LAbg. Humer-Vogl: „Pflegende Kinder sind einer großen Belastung ausgesetzt. Um diese Kinder müssen wir uns stärker kümmern, da ist Zusammenarbeit quer durch die Ressorts gefragt.“

Wenn von den Leistungen, aber auch dem Leistungsdruck und der Not von pflegenden Personen die Rede ist, denken die meisten an pflegende Erwachsene. Tatsächlich aber gibt es in Österreich tausende von Kindern, die als „pflegende Angehörige“ gelten. „Für all diese jungen Menschen liegt eine unbeschwerte Kindheit in weiter Ferne. Sie leisten in den verschiedensten Lebensbereichen Enormes, um diese Kinder müssen wir uns stärker kümmern“, erklärt LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Sozial- und Gesundheitssprecherin der GRÜNEN im Landtag, anlässlich der heute, Freitag, tagenden Pflegeplattform.

42.700 Kinder gelten in Österreich als „pflegende Angehörige“ – das förderte eine Untersuchung des Sozialministeriums im Jahr 2012 zutage. An der Aktualität des Themas hat sich freilich seither wenig geändert, weshalb die Landesregierung in ihrem Arbeitsprogramm 2018 auch festgehalten hat, „die Problematik pflegender Kinder besonders zu berücksichtigen“. Pflegende Kinder sind einer stark belastenden Situation ausgesetzt, sie helfen im Haushalt, kümmern sich um gesunde Geschwister oder sind direkt mit der Pflege des kranken Familienmitgliedes beschäftigt. Auf diesen Kindern lastet ein Druck, der letztlich ihr Risiko, selbst krank zu werden, stark erhöht.

Was Salzburg angeht, so gibt es punktuell zwar durchaus gute Angebote, doch sind diese bei weitem nicht ausreichend. Nebst zusätzlichen konkreten Betreuungsangeboten ist für Humer-Vogl vor allem Aufklärung gefragt: „Wir brauchen niederschwellige Informationsangebote für die pflegenden Kinder, aber auch Bewusstseins- und Sensibilisierungskampagnen überall dort, wo Erwachsene mit Kindern zu tun haben - ob das nun in der Schule, im Sportverein oder im medizinischen Umfeld ist. Denn um pflegenden Kindern helfen zu können, müssen wir sie erst einmal erkennen.“

Um ein wirksames Maßnahmenpaket für pflegende Kinder zu schnüren, bedürfe es deshalb einer stärkeren Zusammenarbeit quer durch die Ressorts: „Diese Querschnittsmaterie betrifft vom Sozial- über das Familien- und Gesundheits- bis zum Bildungsressort nahezu die gesamte Landesregierung. Da ist die Politik insgesamt gefragt.“