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am 7. Februar

Umwelt und Klima schützen, Mobilität neu leben: Was Salzburg braucht um zukunftsfit zu werden.

- Krankmachende Stickoxide in der Luft, CO2-Ausstoß aus Verbrennungsmotoren als Klimakiller, dazu Zeit- und Geldverschwendung durch überlastete Straßen: Der Verkehr zählt zu den zentralen Herausforderungen, die wir in Salzburg lösen müssen. Wir haben Ideen, wie sich durch moderne Mobilitätskonzepte Umwelt und Klima schonen und Komfort im Öffentlichen Verkehr gewinnen lassen.

Flexibel, bequem, umweltschonend: innovative Mobilitätslösungen für Salzburg

​LHStv. Rössler für 365-Euro-Ticket, intelligente Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel, besseren ÖV und „deutlich mehr Geld“ für Verkehrslösungen

Der Wunsch nach Mobilität steckt tief in uns drin. Mobilität, das bedeutet, sich frei bewegen zu können, sich Räume zu erobern und Chancen zu erschließen. Die Art und Weise, wie wir das tun, bereitet uns freilich auch massive Probleme: Schadstoffe, Lärm, Staus. Was es zur Lösung der Verkehrsmisere in Salzburg brauche, seien „innovative Konzepte, den Mut auch unkonventionelle Lösungen anzugehen und vor allem deutlich mehr Geld“, meint Salzburgs Umwelt- und Klimaschutzreferentin LHStv. Astrid Rössler, die unter anderem für ein landesweites 365-Euro-Ticket, mehr Elektromobilität und neue Logistik-Systeme bei der Paketzustellung eintritt: „Unsere Mobilität muss intelligenter werden, ressourcenschonender Verkehr deutlich günstiger.“

Lärm und Schadstoffe wie Stickoxide machen uns krank, Staus rauben uns Zeit, Geld und Nerven. „Im Grunde wollen wir alle einfach nur schnell und bequem von A nach B kommen. Der Umwelt und unserer Gesundheit zuliebe sollte das aber möglichst ökologisch erfolgen“, so Rössler. Moderne Mobilität sei „leise und schadstoffarm, flott und unkompliziert“, vor allem aber: bunt. „Ob per Rad oder zu Fuß, mit dem Auto oder dem Öffi – jedes Verkehrsmittel hat seine Berechtigung, wir sollten sie aber in Zukunft intelligenter miteinander verbinden“, erklärt die Umweltreferentin. Gerade in Zeiten von Internet und Smartphone böten sich hier zahlreiche innovative technische Lösungen an.

Der CO2-Ausstoß aus Verbrennungsmotoren macht den Verkehr zu den Hauptverursachern unseres Klimaproblems, mehr als ein Viertel aller in Österreich emittierten Treibhausgase stammen aus dem Verkehr. „Für eine wirksame Klimaschutzpolitik brauchen wir deshalb klare Prioritäten in der Verkehrspolitik, Mobilitätspolitik muss sich an Salzburgs CO2-Reduktionszielen orientieren.“, so Rössler.

„Die neue Mobilität beginnt in unseren Köpfen.“
LH-Stv. Astrid Rössler

​Im Wesentlichen gehe es darum, Verkehr zu vermeiden und dort, wo dies nicht möglich ist, umweltfreundlich und ressourcenschonend zu gestalten. All das erfordere aber vor allem einen Paradigmenwechsel in unseren Köpfen, ist Rössler überzeugt: „Erst wenn wir den Alternativen Priorität einräumen, werden wir in der Mobilitätspolitik vorankommen.“

Gelänge es beispielsweise, die Anteile des Radverkehrs und des Öffentlichen Verkehrs nur um jeweils zwei Prozentpunkte anzuheben, könnte der motorisierte Individualverkehr um mindestens 60.000 tägliche Wege reduziert werden! Eine beträchtliche Entlastung für Salzburgs Straßennetz – und seine Benutzer. „Im Grunde wären die Autofahrerinnen und Autofahrer die idealen Verbündeten für Maßnahmen, welche die Attraktivität des Öffentlichen Verkehrs steigern.“

Schluss mit Stau – Es muss sich was bewegen!

Der Straßenverkehr kommt in der Stadt Salzburg zu den Hauptverkehrszeiten regelmäßig zum Erliegen. Schon kleine Baustellen oder erhöhte Verkehrsbelastungen in der Sommerzeit führen den Kollaps des Verkehrs herbei. Ländliche Bezirke kämpfen demgegenüber mit einem strukturell schwachen, dünnen Angebot an öffentlicher Mobilität, ganz besonders an Wochenenden und in der Ferienzeit.

Erfolgsbeispiele wie die S-Bahn Salzburg zeigen, wie ein gutes Angebot an verlässlicher Mobilität – zum Beispiel Taktverkehre in verlässlichen 10, 15 und 30 Minuten-Intervallen - Menschen zum Umsteigen bewegt. Eine Verlagerung der Mobilität vom Individual- hin zum umweltfreundlichen Mobilitätsverbund (ÖV, Rad, Fußwege, CarSharing, Fahrgemeinschaften, Autonomes Fahren) im Großraum Salzburg wäre bereits ein wichtiger Baustein um den Stadtverkehr zu entlasten.

Kurze Wege in der Stadt und auf dem Land

Ob täglicher Einkauf, Schulweg oder Arztbesuch – in vielen Salzburger Gemeinden haben Zersiedelung und ausgedünnte Ortszentren dazu geführt, dass es ohne Auto kaum noch möglich ist, seine Besorgungen zu erledigen. Doch weite Wege erzeugen Verkehr, was wiederum die Attraktivität und die Lebensqualität der betroffenen Gebiete senkt.

Der „Ordnung des Raumes“ kommt damit eine Schlüsselfunktion bei der Lösung unserer Verkehrsprobleme zu. Indem die Ortskerne gestärkt werden, die Entwicklung „nach innen“ vor die „nach außen“ gestellt wird, entsteht wieder wohnortnahe Versorgung. Das wiederum verkürzt die Wege und hilft Verkehr zu vermeiden. Vielleicht am wichtigsten: Kurze Wege sind bequem und machen den Alltag um vieles einfacher. „Deshalb unterstützt das Grüne Raumordnungsressort Salzburger Gemeinden bei der Ortskernstärkung“, betont Rössler.

Indem wir Städte und Gemeinden in erster Linie als Lebensräume und nicht Autoverkehrsräume denken, tun sich neue Wege in der Gestaltung unseres Umfeldes auf: Begegnungszonen, Shared Spaces, Parkraummanagement, verkehrsberuhigte Zonen – all das schafft Lebensraum und Lebensqualität.

Salzburg braucht Lösungen – jetzt!

In der jüngsten Vergangenheit konzentrierte sich die Debatte um verkehrspolitische Lösungen allzu oft um punktuelle Einzelprojekte wie eine neue Stadtregionalstadtbahn. „Ein leistungsfähiges Schienenverkehrssystem ist absolut notwendig, liegt aber mit seinen acht bis 15 Jahren Planungs- und Umsetzungshorizont in weiter Ferne. Salzburg muss mit der konkreten Planung und den ebenfalls notwendigen Finanzierungsverhandlungen endlich beginnen, hier sind Stadt, Land und Bund gemeinsam gefordert“, erklärt Rössler.

Unabhängig vom Zukunftsprojekt Stadtregionalbahn brauchen Salzburgs überlastete Ballungsräume jedoch jetzt sofort rasch umsetzbare Lösungen. Lösungen, die innerhalb einer Legislaturperiode machbar sind und Salzburgs Bürgerinnen und Bürgern damit binnen fünf Jahren unmittelbar und spürbare Entlastung bringen.


12 Schritte für eine nachhaltige Mobilität


1.   Ballungsräume: Bus und Zug kommen mindestens alle 30 Minuten

Derzeit bedienen zehn Buslinien und sechs Bahnlinien mit sehr unterschiedlicher Taktung die elf Korridore von und nach Stadt Salzburg. Das muss komfortabler, attraktiver und verlässlicher werden: Auf allen Linien sollen im Großraum Salzburg, aber auch in Ballungsräumen wie Zell am See künftig mindestens 30-Minutentakte eingerichtet werden. Gemäß der Devise „Der beste Fahrplan ist der, den der Kunde sich nicht zu merken braucht“ soll ein einfach benutzbarer Nahverkehr auf den regionalen Linien im Umlandverkehr entstehen.

Regionalen Bahnstrecken wie der S2 – also die Verbindung Salzburg-Straßwalchen –kommt besondere Bedeutung zu. Ihre Attraktivität wollen wir durch einen verlässlichen und vor allem übersichtlichen Taktfahrplan deutlich steigern. Kundenfreundliche Mobilität bringt uns alle weiter!

2.   Fahrgastfreundliche Haltestellen, P+R, Bike&Ride: Investitionsoffensive für die ÖV-Infrastruktur

Die Nutzung von Bus und Bahn muss einfacher und bequemer werden. Weil die Kombination verschiedener Verkehrsmittel bei entsprechender Infrastruktur ausgesprochen attraktiv sein kann, braucht es mehr Park-and-Ride- sowie Bike-and-Ride-Plätze: Ob Auto mit Bus oder Bahn, Auto mit Rad, Rad mit Bahn ­– Moderne Mobilität ermöglicht ein Maximum an Flexibilität.

Neue Haltestellen sind fahrgastfreundlich und sicher, weil gut einsehbar und transparent gestaltet. Das macht den Umstieg für die Fahrgäste zusätzlich attraktiver. Darüber hinaus werden Haltestellen auf ihre bessere Erreichbarkeit hin überprüft und – wo notwendig – angepasst. Größere Haltestellen bekommen elektronische Echtzeitinformationstafeln, das erleichtert Fahrgästen die Übersicht.

3.   Gute Bahnverbindungen auch Innergebirg

Die Zugverbindungen im sogenannten inneralpinen Kreuz (die Strecke Salzburg–Innsbruck über Bischofshofen sowie die Strecke Salzburg–Graz) sind das Rückgrat des weiteren Nahverkehrs in der Region. 2019 steht die Verlängerung der Bestellung dieser Verkehrsleistungen an. Die optimale technische Lösung für attraktive Verbindungen auf den Strecken Salzburg-Graz  und Salzburg-Innsbruck stellt eine Fahrt mit Flügelzügen dar. Dabei würde der Zug von Salzburg nach Bischofshofen gekoppelt fahren, um dann dort geteilt zu werden: Ein Zug fährt weiter nach Graz, der andere nach Wörgl. Optimale Frequenz: Nach Wörgl ginge es weiter im Einstundentakt, nach Graz alle zwei Stunden.

4.   Einfacher geht‘s nicht: Alle Tickets auch übers Handy – und das ganze Land für maximal 365 Euro pro Jahr

Ob Einzelfahrt, 24-Stunden-Ticket, Wochen- oder Monatskarte – Wir wollen flexible Lösungen auch beim Ticketkauf. Lösungen, die Zeit und Geld sparen helfen. Moderne elektronische Ticketsysteme bauen deshalb auf dem Smartphone auf. Unser Vorbild für Salzburg: die Ticket-App “FAIRTIQ” in Luzern (Schweiz). Dabei erhält der Fahrgast immer das „richtige“ – konkret das günstigste – Ticket und zwar ohne umständliches Tarifstudium. Wer weiß schon immer beim Kartenkauf, ob er mit ein paar Einzelfahrten auskommt oder lieber doch eine Wochenkarte lösen soll? Deshalb verrechnet die App im Nachhinein zur Reise automatisch den günstigsten Tarif. Bezahlt wird via Kreditkarte oder Handyrechnung. Je mehr der Fahrgast unterwegs ist, desto weniger bezahlt er.

Wer viel mit Bus und Bahn unterwegs ist, soll günstig unterwegs sein, ohne sich beim Kartenkauf um Strecken und dazugehörige Tarife kümmern zu müssen. Deshalb wollen wir den Preis für das Streckennetz im gesamten Bundesland deckeln. Unser Ziel: Egal, wo und wieviel jemand Bus und Bahn benützt, am Ende des Jahres sollen dafür maximal 365 Euro fällig werden.

Einfach, bequem und ganz automatisch mit dem günstigsten Tarif – so soll der Fahrscheinkauf in Salzburg künftig funktionieren. Übrigens: 92 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher nutzen bereits Smartphones.

5.   Nachhaltige Mobilität im Tourismus: durch ÖV und Taxis

Die starke Zunahme des touristischen Individual-, aber auch Busverkehrs bringt auch Belastungen für die hier lebenden Menschen. Eine staufreie Zukunft setzt deshalb auch beim touristischen Verkehr an. Ziel muss sein, Salzburgs touristische Attraktivität zu erhalten und gleichzeitig die mit dem steigenden Verkehr verbundenen Probleme durch verschiedene Umstrukturierungen zu bewältigen.

In der Landeshauptstadt sollen touristische Busse, die den Verkehr im Zentrum jeden Sommer wieder mit ihren Ein- und Ausparkmanövern zum Erliegen bringen, endlich der Vergangenheit angehören. Die Lösung: Der Tourismusverkehr macht künftig dezentral an mehreren Stationen (zum Beispiel beim Messegelände, Kleeblatt Nord oder Salzburg-Süd) halt. Diese Verlagerung des Busverkehrs an den Stadtrand wird ergänzt mit attraktiven Busshuttle- und Taxi-Lösungen sowie einem einfach zu handhabenden Stadt-Ticketangebot. So wird für Touristen den Umstieg auf Bus, Bahn und Taxi attraktiv.

Neue Lösungen braucht es auch am Land. Für die touristische Mobilität etwa in Skigebieten böten sich gemeinsam mit den Regionen entwickelte und finanzierte Busmobilitätslösungen an. Erfolgreiche Beispiele in der Praxis gibt es bereits: In Tirol und Vorarlberg konnten in den letzten 20 Jahren zahlreiche erfolgreiche Regio-Busnetze mit starken Taktverkehren umgesetzt werden, der regionale Mobilitätsbedarf wurde mit touristischen Verkehren zusammengeführt. Das Ergebnis: leistbare und umweltfreundliche Mobilitätsnetze mit attraktiven Takten für Einheimische und Gäste. In Salzburg ist hier vor allem die Region Nationalpark Hohe Tauern engagiert. Um das Angebot qualitativ und quantitativ im gesamten Bundesland auszuweiten, sollte der Salzburger Verkehrsverbund künftig verstärkt die Rolle einer aktiven Planungs- und Koordinationsgesellschaft übernehmen.

6.   Die Stadtregionalbahn: Jetzt muss der Startschuss fallen

Die Verlängerung der Regionalbahn (S1) vom Norden durch die Landeshauptstadt in den Süden ist eine wichtige Maßnahme, damit das weiter wachsende Verkehrsaufkommen in der Stadt Salzburg und dem Umland bewältigt werden kann. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Im Falle des Zukunftsprojektes Stadtregionalbahn ist dies die Schaffung einer Planungs- und Errichtungsgesellschaft unter Beteiligung von Stadt, Land und Bund. Und einer klaren Aufgabe: Der Bau der neuen Stadtregionalbahn, die Nutzung der Stieglbahn für den Öffentlichen Personennahverkehr, Anbindung der Messe an die Lokalbahn.

7.   Parkraumbewirtschaftung

Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in der Landeshauptstadt ist eine wichtige Maßnahme zum Schutze der Anrainerinnen und Anrainer. Parallel dazu muss der Öffentlichen Verkehr (ÖV) attraktiver werden: Kürzere Intervalle, mehr Busspuren – Maßnahmen wie diese gehören dazu, damit Parkraumbewirtschaftung Sinn macht und der Umstieg vom Pkw auf den ÖV gelingt. 

8.   Salzburg radelt gerne: In Zukunft auf mehr Radwegen und schnelleren

Die Salzburgerinnen und Salzburger radeln gerne. Kein Wunder: Radfahren verkürzt viele Wege und es erhöht das Wohlbefinden. Radfahrer sind weniger krank, haben weniger gesundheitliche Probleme und leben durchschnittlich zwei Jahre länger als Menschen, die sich nur wenig bewegen. Nebeneffekt für uns alle: Radfahren senkt nachhaltig die Gesundheitskosten für das Land.

Diese Entwicklung gehört gefördert. Etwa durch „Fahrradschnellwege“, zum Beispiel für die Strecke von Freilassing zum Salzburger Hauptbahnhof oder auch von der Christian Doppler Klinik zum Hauptbahnhof. Radfahrer brauchen zudem attraktive Abstellplätze möglichst nahe am Ziel (Wohnung, Büro, Geschäft). Diese Radabstellplätze sollen ebenerdig und überdacht gestaltet werden. In der Bauordnung braucht das Fahrrad einen höheren Stellenwert: Mindestens ein Fahrradabstellplatz pro Wohnung - ­ groß genug auch für Lastenfahrräder und Anhänger – wäre künftig einzuplanen, der Kauf von Lastenfahrräder und Elektro-Lastenfahrräder wird gefördert.

9.  Car-Sharing, Fahrgemeinschaften, Ruf- und Sammeltaxe: Auto geht auch anders

Der Umstieg auf Bus oder Bahn ist nicht immer und überall machbar – und auch nicht jedermanns Sache. Umgekehrt ist nicht jeder, der hin und wieder ein Auto braucht, gewillt (oder in der Lage), dafür den hohen Anschaffungspreis in Kauf zu nehmen. Gefragt sind intelligente und auch individuelle Lösungen, die ein Maximum an Flexibilität erlauben. Zu fördern ist deshalb das Gründen von Car-Sharing-Gruppen und Fahrgemeinschaften sowie die Einrichtung von Bürgerbussen oder Ruf- und Sammeltaxis.

10.  Alles außer Erdöl: Salzburg fördert Alternativen!

Ob mit Strom, Wasserstoff oder Biogas: Womit der Großteil unserer Fahrzeuge in 50 Jahren betrieben wird, wissen wir noch nicht. Fest steht nur: Für uns und unser Klima dürfen es keine fossilen Brennstoffe mehr sein.

Deshalb müssen Alternativen gefördert werden. Wie zum Beispiel die Elektromobilität. Durch Anschubfinanzierungen für E-Klein-Lkw. Und natürlich die Schaffung der notwendigen Infrastruktur. Ziel: eine öffentliche Stromtankstelle in jeder der 119 Gemeinden.

11.  Zustelldienste: Optimierung der Logistik in der Landeshauptstadt und Umrüstung auf E-Betrieb

Der Güterverkehr macht 20 bis 30 Prozent des Stadtverkehrs aus und verursacht damit im Stadtverkehr eine starke Staubelastung. Die wachsende Paket- und Expresslogistik, angefeuert durch den stark wachsenden Onlinehandel, belastet die Straßen und Anrainer zunehmend. Der Onlinehandel macht die städtische Logistik zunehmend komplexer. Zusätzlich zur Belieferung der Händler müssen zahlreiche kleinteilige Sendungen an viele Privathaushalte von vielen Paketdiensten zugestellt werden. Viele Transporter sind oft nicht voll beladen. Jeder Paketdienst hat sein eigenes Liefernetzwerk. Die Folge: eine höhere Beanspruchung der Verkehrsinfrastruktur und zusätzliche Staus. Allein im Zeitraum 2000 bis 2016 hat sich das Volumen an Paketlieferungen verdoppelt.

Städte wie Amsterdam zeigen, dass es auch anders geht: Dort wird im Güterverkehr in den Ballungsräumen auf zentral organisierte Auslieferung gesetzt. Ein Best-Practice-Beispiel in Sachen Logistik, wie auch Salzburg machen könnte: Alle privaten Paket-Lieferungen werden an einem zentralen Ort gesammelt, von dem aus sie dann mit E-Autos und Fahrraddiensten ausgeliefert werden. Damit die - noch teureren E-Klein-Lkw für ausliefernde Dienste erschwinglichen werden, schießt das Umweltressort eine Anschubfinanzierung zu.

12.  Lkw: Runter von der Straße, rauf auf die Schiene!

Unabhängig von den Lieferdiensten muss die Verkehrsbelastung durch den Schwerverkehr im ganzen Bundesland gesenkt werden. Der Güterverkehr muss wieder von der Straße auf die Schiene verlagert werden, dazu braucht es finanzielle und gesetzliche Anreize. Wo eine Verlagerung nicht möglich ist, sollte der Güterverkehr auf der Autobahn stattfinden. Um sicherzustellen, dass Laster die Mautpflicht auf der Autobahn nicht umgehen und Lkw künftig nur noch für den Ziel- und Quellverkehr von der Autobahn abfahren, sollte sich Salzburg beim Bund für eine Lkw-Mautpflicht auch für Bundes- und Landesstraßen stark machen. Eine solche ausgeweitete Mautpflicht für Lkw wäre ein wichtiger Schritt zu mehr Kostenwahrheit auf der Straße. Und damit zu einer besseren Konkurrenzfähigkeit der Schiene!

Möglichkeiten für die Verlagerung auf die Schiene gibt es auch jetzt schon genug. So könnte zum Beispiel die Zementfabrik Gartenau an das Schienennetz angeschlossen werden, wodurch sich jährlich ca. 500.000 Tonnen von der Straße auf die Schiene verlagern ließen.

Das Land sollte zudem selbst mit gutem Bespiel vorangehen. Und die SAB dazu verpflichten, jene Mülltransporte, die von Siggerwiesen an andere Deponien oder Verbrennungsstellen in Österreich gehen, wo immer möglich mit der Bahn zu transportieren.

Das Resümee: Gute Verkehrslösungen brauchen bessere Budgets

Alles in allem steht fest: Der Umstieg auf eine moderne Mobilität wird Geld kosten. „Wir brauchen diese Lösungen für eine komfortable und ressourcenschonende Mobilität dringend. Das muss sich im nächsten Budget niederschlagen“, fordert Rössler. Dass sich derartige Investitionen auszahlen, beweisen andere Länder. Das Land Südtirol – mit seinen 500.000 Einwohnern durchaus vergleichbar mit Salzburg – gibt jährlich 120 Millionen Euro für den öffentlichen Verkehr aus. In Salzburg sind dafür heuer 45 Millionen budgetiert. Ergebnis in Südtirol: Knapp 135.000 Menschen sind in Besitz eines Jahrestickets, nutzen den Öffentlichen Verkehr und tragen so zur Entlastung des Systems Straße bei. „Salzburg hat hier massiven Nachholbedarf, da müssen wir endlich auch Geld in die Hand nehmen“, erklärt Rössler und warnt: „Jedes Jahr, in dem wir die Trendwende nicht schaffen, wird mehr an Investitionen brauchen und damit noch teurer. Deshalb: Packen wir’s an. Jetzt.“