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am 17. März 2015

Wie viele Menschen in Salzburg sind von Lärm belastet?

GRÜNE Salzburg - Welche Strecken wir zurücklegen, um von der Wohnung in die Arbeit zu gelangen oder um unseren täglichen Bedarf zu decken, gibt letztlich den Ausschlag dafür, wie belastend sich die Verkehrs- und Lärmsituation für uns darstellt. Ein Umgebungslärm-Aktionsplan erfasst nun die Situation an den Hauptverkehrsstraßen im Bundesland Salzburg.

414 Straßenkilometer im Bundesland Salzburg (außer Autobahnen und Schnellstraßen und außerhalb der Stadt Salzburg) werden von mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr benutzt. Ein Umgebungslärm-Aktionsplan erfasst nun die Situation an diesen Hauptverkehrsstraßen im Bundesland Salzburg. Ausgangspunkt dafür ist eine EU-Richtlinie, nach der Straßen mit einer Frequenz von mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr zu kartieren sind.

Ziel der Pläne ist es, schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit vorzubeugen oder entgegenzuwirken. "Die Bestandsaufnahme über die Lärmbelastung an Salzburgs stark frequentierten Straßen bestätigt den eingeschlagenen Kurs in der Raumordnungs- und Verkehrspolitik: Kurze Wege in Kombination mit einer Stärkung des öffentlichen Verkehrs sind der Schlüssel zu weniger Lärm, weniger Umweltbelastung und mehr Lebensqualität." So kommentierte Umweltreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler heute, Dienstag, 17. März, die Ergebnisse des nun vorliegenden "Umgebungslärm-Aktionsplans" bei einem Informationsgespräch im Chiemseehof.

Der Aktionsplan wird nun sechs Wochen lang bis 28. April öffentlich aufgelegt, sodass allen Interessierten die Möglichkeit zu einer Stellungnahme geboten wird. Er kann auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/laermaktionsplan_salzburg_2013.pdf abgerufen werden.

„Müssen wir wirklich jeden unserer Wege mit 1.000 Kilo Blech um uns herum zurücklegen? Wenn uns auf diese Frage in Zukunft auch einmal ein anderes Transportmittel einfällt, dann ist uns die Trendwende gelungen.“
LH-Stv. Astrid Rössler

Im Bundesland Salzburg sind alle Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8.250 Kraftfahrzeugen pro Tag bzw. drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr in der Zuständigkeit des Landes (keine Autobahnen und Schnellstraßen) erfasst worden, die außerhalb der Stadt Salzburg liegen (dort existiert ein eigener Lärmaktionsplan). Das sind Straßenabschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 414 Kilometern. "Es handelt sich um eine Querschnittmaterie mit einem Handlungsauftrag an die Landesregierung", so Rössler. Betroffen sind knapp mehr als die Hälfte der Salzburger Gemeinden. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Je nach Gemeinde sind unterschiedlich viele Menschen vom Lärm der Hauptverkehrs-straßen betroffen. Die höchste Dichte an Menschen, die von Lärm betroffen sind, gibt es in den Zentren folgender Gemeinden: Bischofshofen, Eugendorf, Golling, Hallein, Kuchl, Mittersill, Oberalm, Saalfelden, Schwarzach, St. Johann, Straßwalchen, Zell am See.
  • Die Lärmkarten sind eine wichtige Grundlage für die Ausweisung von Wohngebieten, den Lärmschutz und die Verkehrsplanung.

STRATEGIEN ZUM SCHUTZ VOR UMGEBUNGSLÄRM

Als kurzfristige Strategie zum Schutz vor Umgebungslärm wird die Lärmschutzfenster-Förderaktion fortgesetzt. Zwischen 2003 und 2012 wurden dafür 2,82 Millionen Euro für insgesamt 6.100 Einzelelemente (Türen, Fenster, Schalldämmlüfter) ausgegeben. Von 2013 bis 2017 werden es 1,4 Millionen Euro für zirka 3.000 Einzelelemente sein. Ebenfalls fortgesetzt werden die Förderprogramme für die Errichtung von Lärmschutzwänden: Zwischen 2003 und 2013 wurden Lärmschutzwände für zirka 500 Objekte für 7,2 Millionen Euro errichtet. Von 2013 bis 2017 sollen 20 Projekte im Ausmaß von 2,5 Millionen Euro realisiert werden.

Langfristige Strategie ist eine vorausschauende und konsequente Raumplanung, welche die Vorgaben des Lärmschutzes bei der Ausweisung von Wohnbebauungswidmungen berücksichtigt. Das ist auch der kostenschonendste Lärmschutz. Dazu braucht es Maßnahmen für eine umwelt- und menschengerechte Mobilität und einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur.

"Welche Strecken wir zurücklegen müssen, um von der Wohnung in die Arbeit zu gelangen oder um unseren Bedarf an Gütern des täglichen Bedarfs zu decken, gibt letztlich den Ausschlag dafür, wie belastend sich die Verkehrs- und Lärmsituation für uns und unsere Mitmenschen darstellt. Das bestehende Raumordnungsgesetz enthält diesbezüglich bereits eine Fülle hilfreicher Bestimmungen, die – um wirksam zu werden – lediglich mehr Konsequenz in der Anwendung bedürfen", so Rössler. Darum sei es sinnvoll, bei der Ausweisung von Wohn- und Betriebsstandorten darauf zu achten, dass eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr besteht oder zumindest geplant ist, oder regionale und überregionale Gewerbezonen nur dort zuzulassen, wo sich Schienenverkehrsmittel mit der Möglichkeit einer Schienenanbindung oder Bahnhöfe und Eisenbahnhaltestellen in der Nähe befinden.

„Indem wir kompakte und maßvoll verdichtete Siedlungen schaffen, stärken wir die Ortskerne. Wer die Dinge des täglichen Gebrauchs praktisch ums Eck findet, kann auch wieder etwas zu Fuß erledigen. Das reduziert die Abhängigkeit vom Auto und bringt wieder Leben in die Ort.“
LH-Stv. Astrid Rössler

"In der Raumordnung haben wir es mit großen Versäumnissen der Vergangenheit zu tun: Die Zersiedelung hat maßgeblich dazu beigetragen, den Individualverkehr zu erhöhen und die Lebensqualität in den Orten zu senken. Hier die Trendwende zu schaffen, ist eine große Herausforderung. Aber eine äußerst lohnende: Indem wir kompakte und maßvoll verdichtete Siedlungen schaffen, stärken wir die Ortskerne. Wer die Dinge des täglichen Gebrauchs praktisch ums Eck findet, kann auch wieder etwas zu Fuß erledigen. Das reduziert die Abhängigkeit vom Auto und bringt wieder Leben in die Orte", sagte die Umweltreferentin.

Für Rössler ist der Lärm-Aktionsplan zwar primär "ein Handlungsauftrag für die Landesregierung". Damit allein sei es jedoch nicht getan, letztlich sei auch jede und jeder Einzelne gefordert, seinen eigenen Lebensstil etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. "Müssen wir wirklich jeden unserer Wege mit 1.000 Kilo Blech um uns herum zurücklegen? Wenn uns auf diese Frage in Zukunft auch einmal ein anderes Transportmittel einfällt, dann ist uns die Trendwende gelungen."

Umgebungslärm-Aktionsplan fertig gestellt

414 Straßenkilometer im Bundesland Salzburg (außer Autobahnen und Schnellstraßen und außerhalb der Stadt Salzburg) werden von mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr benutzt. Ein Umgebungslärm-Aktionsplan erfasst nun …

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